Denkmalschutz
 


Für den Denkmalschutz im Landkreis Miltenberg ist zuständig:

Johannes Kreßbach

Landratsamt Miltenberg
- Untere Denkmalschutzbehörde -

Brückenstraße 2

63897 Miltenberg

Tel. 09371 501-365

Mail: johannes.kressbach@lra-mil.de

 

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 Verfahren bei der Renovierung/Restaurierung denkmalgeschützter Bildstöcke
und vergleichbarer Objekte

 1. Denkmalschutzrechtliches Verfahren:

In allen Fällen ist eine denkmalschutzrechtliche Erlaubnis nach Art. 6 DSchG beim Landratsamt Miltenberg - Untere Denkmalschutzbehörde - einzuholen (gilt grundsätzlich bei anstehenden Veränderungsmaßnahmen an denkmalgeschützten Baudenkmälern aller Art). Dazu stellt der Maßnahmeträger über die zuständige Gemeinde/Markt/Stadt schriftlich einen formlosen Antrag auf Erteilung der Erlaubnis nach Art. 6 DSChG für die beabsichtigte Renovierungs- bzw. Restaurierungsmaßnahme mit einem entsprechenden Maßnahmenbeschrieb/Kostenangebot eines qualifizierten Restaurators und ggf. mit Beigabe von Fotografien, die den Zustand des Bildstocks bzw. Objektes dokumentieren. Die zuständige Gemeinde/Markt/Stadt wird dann den entsprechenden Erlaubnisantrag mit ihrer Stellungnahme/Einverständniserklärung (Art. 15 Abs. 1 DSchG) an das Landratsamt weiterleiten, das nach Einholung einer Stellungnahme des Bayer. Landesamtes für Denkmalpflege (Art. 15 Abs. 2 DSchG) einen schriftlichen Bescheid erlassen wird. Dieser ist kostenfrei und bildet die Rechtsgrundlage  für ein zuschussrechtliches Verfahren.

 2. Zuschussrechtliches Verfahren:

Grundsätzlich bestehen bei der Renovierung/Restaurierung von Bildstöcken und vergleichbaren Objekten folgende Möglichkeiten zur Antragstellung für Zuschüsse, die entweder formlos, schriftlich oder durch entsprechende Antragsformulare zu stellen sind, und zwar grundsätzlich im Vorfeld, also vor Beginn von Renovierungs- bzw. Restaurierungsmaßnahmen, ggf. unter Einholung des vorzeitigen Baubeginns (bei Antragstellungen beim Bayer. Landesamt für Denkmalpflege und beim Bezirk Unterfranken erforderlich); den Zuschussanträgen sind die jeweils zugehörigen Kostenvoranschläge/Kostenschätzungen qualifizierter Restauratoren sowie Fotografien der jeweiligen Objekte beizufügen:

 a) bei der zuständigen Gemeinde/Markt/Stadt (formlos, schriftlich),

 b) beim Landkreis Miltenberg, Brückenstr. 2, 63897 Miltenberg (formlos, schriftlich); gilt nur für Bildstöcke im Besitz von Privatpersonen),

 c) beim Bezirk Unterfranken -Hauptverwaltung-, Silcherstraße 5, 97074 Würzburg (durch vorschriftsmäßige Zuschussantragsformulare),

 d) beim Bayer. Landesamt für Denkmalpflege, Außenstelle Bamberg, Schloss Seehof, 96117 Memmelsdorf (durch vorschriftsmäßige Zuschussantragsformulare)

Die vorschriftsmäßigen Zuschussantragsformulare sind beim Landratsamt Miltenberg - Untere Denkmalschutzbehörde - erhältlich.

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Richtlinien des Landkreises Miltenberg

zur Förderung der Denkmal- und Brauchtumspflege

 

 

I. Förderung der Denkmalpflege

 

Der Landkreis Miltenberg fördert im Rahmen der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel     Maßnahmen, durch die Bau- und Kunstdenkmäler in fachlich einwandfreier Weise erhalten    werden. Auf Art. 1 Denkmalschutzgesetz (DSchG), der die Voraussetzungen der Denkmaleigenschaft festlegt, wird ausdrücklich verwiesen. Gefördert wird der denkmalpflegerische     Mehraufwand, den die Erhaltungsmaßnahme erfordert. Neben der Erhaltung der Denkmäler ist Ziel der Förderung die Pflege der historisch gewachsenen Ortsbilder und Ensembles. Auf  die Förderung besteht kein Rechtsanspruch.

 

    Zuschüsse können für folgende Maßnahmen gewährt werden:

  

    1.  Freilegung, Sanierung und Restaurierung von Sichtfachwerken; Konstruktionsfachwerke fallen nicht hierunter.

 

    2.  Gestaltung einschließlich Restaurierung der Fassaden, einschließlich der aus Buntsandstein gefertigten Türstöcke,Türbögen, Torsteine und Fenstergewände, Einbau neuer Holzfenster nach historischem Vorbild bei besonders erhaltenswerten
Baudenkmälern, die den Siedlungscharakter der Orte prägen und dokumentieren.

 

3.    Nicht durch Zuschuss abgedeckte Kosten der Befunduntersuchungen und Bestandserfassungen (Aufmaße) an denkmalgeschützten Objekten.

 

    4.  Erhaltung ortsbildprägender historischer Einfriedungen und Mauern.

 

    5.  Denkmalpflegerischer Mehraufwand für Dacheindeckungen (Biberschwanzziegel- und Naturschiefereindeckungen).

 

    6.  Meldung von zufällig gefundenen und vom Landesamt für Denkmalpflege anerkannten Bodendenkmälern.

 

    7.  Renovierung von Bildstöcken, die in der Denkmalliste aufgeführt sind.

 

  II. Förderung der Brauchtumspflege

    

     1. Der Musikverband Untermain und der Nordbayerische Musikbund sowie die Sängerkreise Miltenberg und Obernburg erhalten
        jährlich einen einmaligen Zuschussbetrag. Darüber hinaus wird auf Antrag die überörtliche Ausbildung junger Musiker und
        Sänger gefördert.

 

     2. Gefördert wird die Beschaffung von Trachten, deren Aussehen vom Bezirksheimatpfleger befürwortet wurde.

 

     3. Nichtkommerzielle Veröffentlichungen überörtlicher Art aus den Bereichen Denkmalpflege, Brauchtum oder Geschichte werden
         gefördert und angekauft.

 

III.  Zuschusshöhe

       1. Die Zuschüsse betragen 10 v. H. der Kosten für den denkmalpflegerischen Mehraufwand,

          höchstens jedoch 2.500,-- Euro bei den aufgeführten Maßnahmen der Ziffern I.1-4.
Für Ziffer I.5. beträgt der Höchstzuschuss 1.500,00 Euro.

 

     2. Für Meldungen nach Ziffer I.6 wird ein Festbetrag bis zu 250,-- Euro im Einzelfall ausgezahlt.

 

     3. Für Maßnahmen nach Ziffer I.7 wird die Förderung auf höchstens 1.000,-- Euro pro Denkmal begrenzt.

 

     4. In besonderen Ausnahmefällen, wie z.B. dringende Ersatzvornahme oder Rettungsarbeiten zur Vermeidung einer drohenden
         Zerstörung, können Mittel zur Verfügung gestellt werden, über die im jeweiligen Einzelfall zu entscheiden ist.

 

     5. Der jährliche Zuschuss nach Ziffer II.1 für die Musikverbände und die Sängerkreise beträgt derzeit zusammen
         insgesamt 30.000,-- Euro. Die Ausbildung junger Musiker und Sänger wird mit 5.000,-- Euro gefördert.

 

     6. Maßnahmen nach Ziffer II.2 wird ein Zuschuss in Höhe von 10 v.H., höchstens jedoch 30,-- Euro pro Tracht gezahlt.

 

     7. Die Beträge zu II.3. werden im Einzelfall vom Kreisausschuss festgelegt.

  

IV. Zuschussvoraussetzungen

       Zuschüsse erhalten auf Antrag die Maßnahmeträger (Gemeinden, Stiftungen, Vereine und Privateigentümer),

 

      1. wenn ein Kostenvoranschlag und ein Finanzierungsplan vorliegen,

 

      2. wenn die Gemeinde, auch wenn sie nicht Maßnahmeträger ist, sich an den Kosten beteiligt,

 

      3. wenn die Maßnahme nach den Bestimmungen des Denkmalschutzgesetzes sowie den

          Richtlinien des Landesamtes für Denkmalpflege durchgeführt wird,

 

      4. wenn der jeweils zuständige Kreisheimatpfleger rechtzeitig eingeschaltet und sein Einvernehmen hergestellt wurde,

 

      5. wenn Zuschüsse des Landesamtes für Denkmalpflege und des Bezirks Unterfranken beantragt werden,
         sofern eine Förderung auch von dort möglich ist.

 

      6. Die Zuschussanträge werden in der Reihenfolge ihres Einganges berücksichtigt. Reichen  die Mittel eines Haushaltes
          nicht aus, so sind die nicht berücksichtigten Anträge im folgenden Jahr vorweg zu behandeln.

 

V.   Die Anträge sind mit den Unterlagen (Bauantrag usw.) und Fotos, die das Denkmal ausreichend dokumentieren,
       beim Landratsamt einzureichen
. Sie werden vom Sachgebiet 51 (Untere Denkmalschutzbehörde),
       soweit sie die Ziffer I betreffen
, zusammen mit der techn. Bauaufsicht und ggf. dem zuständigen Kreisheimatpfleger
       auf ihre Förderungswürdigkeit geprüft. Anträge nach Ziffer II werden vom Unternehmensbereich 3 zusammen mit dem  
       zuständigen Kreisheimatpfleger geprüft.

 

VI.     Die Zuschussmittel verfallen, wenn sie nicht innerhalb von 3 Jahren nach Bewilligung durch den Zuschussnehmer abgerufen werden.

 

VII.  Für Anträge nach den Ziffern II.3 genügt ein formloses Schreiben an die Landkreisverwaltung.

 

VIII. Inkrafttreten:  Diese Richtlinien treten zum 01.01.2010 in Kraft.