Eugen Ostheimer

 

Eugen Ostheimer wurde am 2. Juni 1889 in Mömlingen in  der Bachetsstraße 2 geboren. In Aschaffenburg erlernte er das Schneiderhandwerk und gründete auch dort nach seiner  Verehelichung den Familienwohnsitz. Mit den Verwandten in seinem Heimatort pflegte er aber weiterhin  gute Beziehungen. Als Aschaffenburg im letzten Krieg zerstört wurde, fand er mit seiner Familie vorübergehend  in Mömlingen, Hauptstraße 128, eine Wohnung.  Ostheimer war schon in den 20er Jahren Mitglied der  Sozialdemokraten geworden. Ebenso gehörte er schon in  jungen Jahren der Gewerkschaft an. Seine politische  Gesinnung hatte er auch während der Nazizeit nicht verleugnet.  Ungewollt war er dadurch in die Fänge der  NSDAP geraten. Als das Attentat auf Adolf Hitler am 20.  Juli 1944 scheiterte, waren nicht nur diejenigen, die an der  Vorbereitung teilgenommen hatten, schärfster Verfolgung  ausgesetzt. In ganz Deutschland machte die Gestapo auch  Jagd auf frühere aktive Gewerkschaftsführer, Sozialdemokraten  und Kommunisten. So wurde in Aschaffenburg  u. a. auch der einstige SPD-Funktionär Eugen Ostheimer  verhaftet und zwei Wochen lang in Dachau inhaftiert.  Dank seiner politischen Tätigkeit in der SPD konnte Ostheimer  nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches an  führender Stelle beim Wiederaufbau Deutschlands mithelfen.  Als Leiter des Arbeitsamtes Aschaffenburg war er  in der Lage, auch manchem Mömlinger aus seiner Notlage  zu helfen. Als  in Mömlingen 1949 die Kanalisierung des Amorbaches nur mit Unterstützung der „Wertschaffenden Arbeitslosenhilfe“ durchgeführt werden konnte, sorgte Ostheimer,  dass die erforderlichen Arbeitslosen zur Verfügung gestellt wurden. Leider verstarb er schon am  9. November 1952. Auf Vorschlag des SPD-Gemeinderates Edmund Giegerich  beschloss 1955 der Mömlinger Gemeinderat, im Neubaugebiet „Schindkaute“ einer Straße den Namen „Eugen-Ostheimer-Straße“ zu geben.

 

Literatur:

Chronik: Mömlingen im 20. Jahrhundert