Zur Geschichte der Spessartburgen
Waldenberg und Kugelberg
und ihrer Herren

 

Anmerkung: Siehe hierzu den neueren Aufsatz des Verfassers:
 Das "Alte Schloss" bei Kleinwallstadt
Zur Identität und Geschichte eines mittelalterlichen Burgstalles

 

 

Burg Waldenberg

 

 

"Wie oft weilte ich sinnend an der Stelle, wo ehemals das Klein­wallstadter Waldschloß gestanden." Mit diesen Worten beginnt Be­nefiziat Heinrich Kilian seine 1931 erschienene Chronik "Kleinwallstadt und seine ehemaligen Filialen"1. Sucht man jenen Platz ca. 1,5 km östlich der Maintalgemeinde auf, der auf vielen Karten als "Burgstall" markiert ist, so ist man überrascht von der Größe der Anlage und den noch (bzw. wieder) sichtbaren bauli­chen Resten, weil sie über das hinausgehen, was Kilian schildert. Er schreibt nämlich: "Nicht einmal ein verwittertes Gemäuer durfte von der Vergänglichkeit alles Irdischen erzählen"2.

 

Es war offensichtlich der Spaten von Laienarchäologen und Schatz­gräbern, der hier zwischenzeitlich (und ohne Kenntnis der amtli­chen Denkmalpflege) einiges ans Tageslicht beförderte, darunter ein Stück der ehemaligen, fast kreisrund angelegten Ringmauer. Ihre Quaderverblendung und das in Fischgrättechnik gemauerte Füllwerk lassen in Verbindung mit den Ausmaßen der Gesamtanlage (einschließlich Vorburg)3 auf eine qualitätvoll gearbeitete, kei­neswegs unbedeutende Wehranlage des Hochmittelalters schließen.

 

Das „Waldschloß“ - Wohnsitz der Focke von Wallstadt?

Um so unverständlicher ist es, daß sich die historische Forschung noch nicht eingehender mit dieser Burg beschäftigt hat. Die spär­liche schriftliche Überlieferung wird der Hauptgrund dafür sein. Kilian war sie offenbar völlig unbekannt. Seine Behauptung, die Burg auf dem Schloßberg bei Kleinwallstadt sei vom 11. bis ins 17. Jahrhundert der Wohnsitz der niederadeligen Focke (auch Vocke geschrieben) von Wallstadt gewesen4, entbehrt jeder urkundlichen Grundlage. Allein schon der Umstand, daß ein ansonsten recht gut belegtes Adelsgeschlecht fast ein halbes Jahrtausend auf einer Burg gehaust haben soll, ohne daß sich davon auch nur ein schriftlicher Hinweis erhalten hat, sollte zu denken geben. Hinzu kommt, daß Verbindungen der Focke mit Kleinwallstadt erst für das 15. Jahrhundert erschließbar sind (Heiratsverbindung mit den hier begüterten Hune)5 und erst im 16. Jahrhundert nennen sie sich nach Wallstadt (und nicht nach der Burg, wie deren ehe­malige Bewohner)6.

 

Dort, mitten im Ort selbst, läßt sich auch unschwer der bzw. ein Wohnsitz der Focke ausfindig machen. Es ist der Gebäudekomplex neben dem Rathaus, den man heute noch als "Ingelheimer Hof" kennt. Die Reichsgrafen von Ingelheim waren auch hier die Besitz­nachfolger der Echter von Mespelbrunn. An diese hat der letzte Fock, der Mainzer Domherr Philipp Albrecht, seine gesamten Fami­liengüter in Kleinwallstadt und Umgebung im Jahr 1587 verkauft7.

 

Im Hof des genannten Gutskomplexes (Anwesen Gerhart) hat sich ein imposanter sandsteinerner Ziehbrunnen von 1542 erhalten. Die Jah­reszahl wird flankiert von den Wappen der Focke und der Reiprecht von Büdingen. Da Wolfgang Fock, der Vater des obenerwähnten Phil­ipp Albrecht Fock, mit einer Reibrecht verheiratet war8, wird klar erkennbar, daß die Eltern des Verkäufers diesen Hof einst bewohnt haben. Auch weitere architektonische Besonderheiten9 unterscheiden das Hofgut von anderen alten Anwesen des Ortes.

 

Noch ein weiterer Wohnsitz der Focke bzw. einer Frau aus ihrer Fa­milie läßt sich in Kleinwallstadt mittels der Heraldik nachwei­sen. So prangt über dem Renaissanceportal am sogenannten "Berningerhof" nicht das Wappen der Kleinadelsfamilie von Bernin­ger, wie Kilian angibt10, sondern ein Ehewappen: Clebiz von Nals­bach - Fock von Wallstadt. Wie die darüberstehenden Namensbuch­staben erschließen lassen, war Conrad Clebiz Von Nalsbach mit ei­ner C (= Catharina?)Fock Von Wallstadt verheiratet11.

 

Schließlich sei noch auf einen dritten Wappenstein hingewiesen. Er ist im Nebengebäude des Pfarrhauses eingemauert und zeigt ebenfalls ein Allianzwappen, nämlich: Geipel von Schöllkrippen - Fock von Wallstadt12, dazu die Jahreszahl 155513. Von diesem Stein glaubt man, daß er um 1930 bei Ausgrabungsarbeiten unter Leitung von Benefiziat Kilian14 auf dem Gelände des alten Wald­schlosses gefunden worden sei15. Dieser unbelegten Überlieferung dürfte soviel Wahrheitsgehalt zukommen wie der Sage vom unter­irdischen Gang, der vom sogenannten "Templerhaus" neben der Kir­che hinaus zum Waldschloß führen soll16. Abgesehen von den oben bereits genannten Gründen spräche auch der Wappenstein selbst gegen Kilians These, ist doch die für seine Entstehung maßgeb­liche Heiratsverbindung überliefert: Maria Fock von Wallstadt war mit Konrad Geipel von Schöllkrippen verehelicht, dessen Verwand­ter (Vater oder älterer Bruder) Ludwig Geipel 1529 - 1548 mainzi­scher Oberschultheiß zu Kleinwallstadt war17. Würde der Wappen­stein also wirklich von der Kleinwallstadter Burg stammen, so wäre diese damals in der Hand der Geipel von Schöllkrippen gewesen, wofür es gleichfalls an Belegen mangelt. Die Geipel werden, zumal sie das Schultheißenamt ausübten, ebenso im Ort ansässig gewesen sein, wie ihre anderen hier nachweisbaren Standesgenossen. Der frag­liche Wappenstein dürfte also von ihrem örtlichen Wohnsitz stam­men, falls er nicht, woran seine Rundform denken läßt, als Gewöl­beschlußstein in der früheren Pfarrkirche gedient hat.

 

Werfen wir zuletzt noch einen Blick auf die bekannte Pfin­zing'sche Spessartkarte des 16. Jahrhunderts18. Auch dort ist nichts von Baulichkeiten im Kleinwallstadter Wald verzeichnet, obwohl die Karte an dieser Stelle genug Platz dafür geboten hätte. Da Pfinzing bei Klingenberg sogar zwei ehemalige Wehrbau­ten, die "Hainburg“ und „Altepurg" eingetragen hat, wird erkenn­bar, daß seine Aufmerksamkeit auch solchen Objekten galt19. Es gibt auch sonst keine kartografischen Hinweise dafür, daß das "Alte Schloß" bei Kleinwallstadt im 16. Jahrhundert mehr war als ein längst mit Wald überwachsener Burgstall, von dem - hier durchaus glaubwürdig - die Sage berichtet, daß er räuberischem Gesindel als Unterschlupf gedient habe20.

 

Das offensichtliche Bestreben des Kleinwallstadter Ortschronisten Kilian, die Focke von Wallstadt mit dem "Alten Schloß" im Gemein­dewald in Verbindung zu bringen, wovon ihn weder fehlende urkund­liche Belege noch markante Hinweise auf deren eigentliche Wohn­sitze im Ort abhielten, trieb sogar künstlerische Blüten. So kam es bald nach Erscheinen der Chronik zu einem mit großem Aufwand inszenierten Theaterstück, in dessen Mittelpunkt die letzten Focke auf der "Walburg" standen. Von Malermeister Oettinger, der die Kulissen für dieses Heimatspiel fertigte, stammt ein großes Gemälde, das die alte Waldburg als gewaltiges Schloß präsen­tiert21. Viele Jahre (bis 1992) im örtlichen Rathaus aufgestellt, verkündete es jedem Besucher, daß er hier den von 1093 - 1624 be­wohnten Stammsitz der Focke von Wallstadt vor sich hat. So ist es nicht verwunderlich, daß man Kilians Thesen, so unzutreffend sie sind, heute tief im lokalen Geschichtsbewußtsein verankert fin­det.

 

Urkundliche Nachrichten von der Burg

Dennoch oder gerade deshalb erscheint es angebracht, einmal auf quellenmäßig fundierte Weise zu versuchen, die Geschichte der Burg auf dem Kleinwallstadter Schloßberg zu erhellen. Was ihren Namen betrifft, so hat bereits 1876 Gustav Schenk von Schweins­berg das in zwei Urkunden genannte castrum „Waldenberc" bzw. „Waleberc" (die Schreibweise Waldenberg ist die ältere und häufi­gere) mit unserer Burgruine in Verbindung gebracht22. Kann man auch einer weiteren Kombination des bekannten Historikers nicht zustimmen - wir kommen darauf zurück -, so sprechen doch gewich­tige Fakten für diese Lokalisierung, die auch von der jüngeren Forschung, soweit sie nicht noch immer im dunkeln tappt, übernom­men worden ist23. Zum einen paßt der Name Waldenberg gut zur vom Maintal etwas zurückgezogenen Lage der Burg im Waldgebiet, zum anderen deuten auch die mit der Burg besitzgeschichtlich ver­knüpften Rechte im nahen Niedernberg24 sowie die ebenfalls in der Nachbarschaft nachweisbaren Besitzungen der Herren von Waldenberg und ihrer Verwandten25 auf den Kleinwallstadter Burgstall.

 

Wie schon angedeutet, wird die Burg Waldenberg namentlich nur zweimal urkundlich erwähnt. 1227 trägt der mainzische Kämmerer Friedrich von Kälberau seine bei Alzenau - Kälberau gelegene Burg Rannenberg (auch Randenberg genannt) dem Mainzer Erzbischof Sieg­fried II. von Eppstein zu Lehen auf. Als Gegenleistung belehnt der Bischof den Kälberauer Edelherrn mit der Burg Waldenberg (samt weiteren Besitzungen), welche einst der Aschaffenburger Vizedom (von lat. vicedominus) Konrad, genannt von Waldenberg ("dictus de Waldinberc"), und seine Söhne von Siegfrieds Amtsvor­gänger Konrad von Wittelsbach (und nach dessen Tod wohl von Erz­bischof Siegfried) zu Lehen getragen hatten26.

 

Um Friedrich von Kälberau 1227 mit der Burg Waldenberg belehnen zu können, muß sie der eppsteinische Erzbischof in seine unein­geschränkte Verfügungsgewalt gebracht haben. Da 1225 letztmals ein Herr (Konrad) von Waldenberg erscheint27, könnte man an einen Heimfall der Burg durch Tod des bisherigen Lehensinhabers denken. Es gibt jedoch Anzeichen dafür, daß das Geschlecht der Walden­berger damals (unter anderem Namen) weiterbestand28 und 1230 erwähnt ein Vermächtnis Erzbischof Siegfrieds, daß er einst, zu­sammen mit Besitz in Niedernberg, die Burg "Waleberc" - das ist ihre zweite (und letzte) urkundliche Nennung - "per subsidium ecclesie Moguntine" erworben habe29 [also zur Stärkung der Mainzer Kirche - d. h. des Mainzer Kirchenterritoriums].

 

Die Herren von Waldenberg - einst reich begütert!

Über das Verhältnis der Herren von Waldenberg zu den Edlen von Eppstein, die in Hainhausen (Rodgau) nordwestlich von Aschaffen­burg ihren älteren Familiensitz hatten und die im 13. Jahrhundert nach Siegfried II. noch drei weitere Mainzer Erzbischöfe stell­ten, geben die eppsteinischen Lehensverzeichnisse jenes Zeit­raumes interessante Aufschlüsse. Aus ihnen geht hervor, daß der "dominus Heinricus de Waldenberg" vom Propst des Aschaffenburger Kollegiatstiftes St. Peter und Alexander einst die Zehnten in zahlreichen Orten im Umkreis von Aschaffenburg, darunter in Gold­bach, Hösbach, Dörnhof (bei Haibach), Bessenbach, Weiberhof, Som­merkahl, Eichenberg, Rottenberg, Glattbach und Leider, zu Lehen getragen hatte. Diesen umfangreichen Besitz resignierte der Wal­denberger dem Stiftspropst, worauf dieser Gottfried I. von Epp­stein damit belehnte, der wiederum die gleichen Zehntrechte an Heinrich von Waldenberg, jetzt als stiftische Afterlehen, zurückgab30. Wahrscheinlich im gleichen Zeitraum erhielten die Eppsteiner einige Lehen von den Grafen von Rieneck31. Bei den darunter be­findlichen Gütern in Sulzbach (bei Kleinwallstadt!) erwähnt das Lehensverzeichnis, daß sie einst Besitz der Herren von Waldenberg waren32.

 

Da Gottfried I. von Eppstein ein Bruder des Mainzer Erzbischofs Siegfried II. war33 und Heinrich von Waldenberg während dessen Amtszeit in Erscheinung tritt (1218)34, somit als Sohn des unter Erzbischof Konrad von Wittelsbach tätigen Aschaffenburger Vize­doms Konrad35 eingeordnet werden kann, wird folgendes schon deut­lich: Die Herren von Waldenberg erlitten unter dem Mainzer Erz­bischof Siegfried II. von Eppstein einen erheblichen Machtver­lust. Sie verloren das einflußreiche Vizedomamt36 (ein Vizedom zählte zur Spitze der erzbischöflichen Verwaltung), umfangreiche Direktlehen des (von Mainz abhängigen) Aschaffenburger Kolle­giatstiftes und schließlich auch die Burg Waldenberg37. Auch wenn sie die Stiftslehen, vielleicht auch weiteren ehemaligen Besitz, als Afterlehen zu­rückerhalten haben, so kann das nicht über die Tatsache hinweg­täuschen, daß sie ins zweite Glied zurücktreten mußten, daß an ihre Stelle andere rückten: die Edlen von Eppstein und von Käl­berau.

 

Waren die Waldenberger in den von Thronstreit und Erzstiftschisma geprägten Jahren des frühen 13. Jahrhunderts mit dem eppsteini­schen Metropolit in Konflikt geraten38? Kamen die Eppsteiner le­diglich deshalb zum Zuge, weil Siegfried II. ihr Familienangehö­riger war oder ist ihre Bevorzugung mehr politisch zu werten, als Bestreben des Mainzer Erzbischofs und des ihm unterstehenden Aschaffenburger Stifts, die umfangreichen Kirchenlehen in die Hand eines mächtigeren, Mainz näherstehenden Adelsgeschlechtes zu geben39?

 

Mainz und Kälberau contra Rieneck

Deutlicher sind die Hintergründe bei der Belehnung der Edlen von Kälberau-Rannenberg mit der Burg Waldenberg erkennbar. Die le­hensrechtliche Bindung dieser Dynastenfamilie an das Erzstift war offensichtlich zielgerichtet, war Bestandteil der mainzischen Territorialpolitik, die in diesem Raum und zu dieser Zeit nur ein Hauptziel haben konnte: die Grafen von Rieneck!

 

Ein gewichtiger Faktor für die dominante Stellung der Grafen im Westspessart war die Vogtei über das Aschaffenburger Kollegi­atstift, die bereits 1187 in ihrer Hand war40. Ausgehend von der Burg Waldenberg, deren weitere Geschichte uns interessiert, sto­ßen wir mehrfach auf die Rienecker. Sie besaßen Güter und Rechte in den Nachbarorten Sulzbach, Hausen und Hofstetten41. 1232, we­nige Jahre nach der Belehnung Friedrichs von Kälberau mit der Burg Waldenberg, gründete Rieneck in deren Nähe das Kloster Him­melthal, ein Vorgang, der zweifellos nicht nur religiöse Hinter­gründe hatte und von Theodor Ruf als Indiz gewertet wird, daß die Grafen die benachbarte Burg Wildenstein bereits errichtet hat­ten42.

 

Die historische Forschung hat bezüglich des Machtkampfes Mainz - Rieneck um die Herrschaft im Spessart der Burg Waldenberg bisher keine größere Beachtung geschenkt. Dabei hätte zweierlei auf sie aufmerksam machen müssen. Zum einen ihre Nähe zur Burg Wilden­stein, dem wichtigsten Stützpunkt der Rienecker im südwestlichen Spessart43, zum anderen die Verwicklung der neuen Waldenberger Burgherren, der Edlen von Kälberau-Rannenberg, in diese Kämpfe. Beides geht aus einem Vertrag der Kontrahenten Mainz und Rieneck von 1260 hervor: Mainz hat die Burg Wildenstein okkupiert; Erzbi­schof Werner von Eppstein wird zum Schiedsrichter bestellt im Streit zwischen Rieneck und den Herren von Kälberau-Rannenberg44.

 

Der Grund für die Auseinandersetzung der Grafen mit den Kälberauern, von denen sich mehrere Angehörige nach der (1227 Mainz unterstellten) Burg Rannenberg benannten45, wird nicht erwähnt. Ruf nimmt an, daß die Rannenberger auf Kosten der Rienecker eine eigenständige Territorialpolitik im Kahlgrund führen wollten, worin sie sich der Unterstützung durch Mainz sicher sein konn­ten46. Möglicherweise hatten die Rienecker auch Ansprüche auf das Erbe Friedrichs von Kälberau erhoben47; in diesem Fall wäre - dem Vertrag von 1227 zufolge - wohl auch die Burg Waldenberg berührt gewesen48.

 

1261 wird ein weiteres Abkommen zwischen Mainz und Rieneck auf dem Feld zwischen Rannenberg und Michelbach (bei Kälberau) ge­troffen, und 1266 verpflichten sich die Rienecker, die Burg Ran­nenberg, die sie offensichtlich in ihre Gewalt gebracht hatten, zerstören zu lassen49. Sie wurde nie wieder aufgebaut50.

 

Diese Ereignisse zeigen, wie unmittelbar die Herren von Kälberau-Rannenberg von den Machtkämpfen zwischen Mainz und Rieneck be­troffen waren. Der Umstand, daß lediglich deren Burg Rannenberg urkundlich erwähnt wird, darf nicht zu der Annahme verleiten, die der gleichen Familie unterstellte Burg Waldenberg sei von den ri­goros geführten Streitigkeiten unberührt geblieben. Gerade die zwischen 1260 und 1266 geschlossenen Verträge geben die heraus­ragende Bedeutung der rieneckischen Veste Wildenstein im Hinter­land von Kleinwallstadt zu erkennen, die noch unterstrichen wird durch die Anlage einer Befestigung im direkt benachbarten rien­eckischen Eschau, die sofort nach ihrer Errichtung 1261 durch Mainz erobert und besetzt wurde51.

 

Gegenüber dem rieneckischen Machtzentrum Wildenstein - Eschau - Himmelthal bot die Burg Waldenberg für Mainz einen günstig ge­legenen Stützpunkt52. Ebenso konnte sie eine in die gleiche Rich­tung orientierte Schutzfunktion für Kleinwallstadt erfüllen, des­sen Bedeutung für Mainz allein schon durch die Bezeichnung "Bischofswallstadt" zum Ausdruck kommt und dessen Pfarrsprengel einst bis vor die Tore von Wildenstein reichte53.

 

Wie oben schon bemerkt, berichtet der Vertrag von 1260 sowohl von der "occupatio" der Burg Wildenstein als auch bereits von einem Streit der Rienecker Grafen mit den Kälberau-Rannenbergern, von dem wir wissen, daß er sich noch einige Jahre hinzog und in der Eroberung von deren Hauptburg gipfelte. Was liegt somit näher als die Schlußfolgerung, daß die von Mainz an die gleiche Adelsfamilie verliehene Burg Waldenberg im Laufe dieser erbittert geführten Kämpfe zerstört wurde. Gut denkbar ist, daß dies bereits in deren Frühphase geschah, im Zusammenhang mit der Okkupation der Burg Wildenstein und dem damals herrschenden Streit der Rienecker mit den Kälberau-Rannenbergern.

 

Interessanterweise begegnen die Edlen von Kälberau einige Jahr­zehnte früher noch im engeren Umkreis der Grafen von Rieneck54. Die Lehensauftragung ihrer Burg Rannenberg an Mainz und ihre Be­lehnung mit der Burg Waldenberg einschließlich des Aschaffen­burger Vizedomamtes dürften den Wendepunkt ihrer Familienpolitik markieren. Der damit verbundene bzw. schon vorher erfolgte Bedeutungsverlust für die vormaligen Herren von Waldenberg hat uns oben bereits be­schäftigt. Ein dafür maßgeblicher Grund könnte sein, daß auch sie, wie zuvor die Kälberauer, den Grafen von Rieneck nahe stan­den, was man in Mainz und im Aschaffenburger Stift sicher nicht gerne sah. Beziehungen der Waldenberger zu Rieneck wurden schon im Kleinwallstadter Nachbarort Sulzbach erkennbar; wir werden noch weitere feststellen55.

 

Die Familie der Herren von Waldenberg

Um auch die Frühgeschichte der Burg Waldenberg zu erhellen, müs­sen wir noch etwas näher auf die Familie der Waldenberger ein­gehen. Insgesamt sind nur fünf Personen urkundlich greifbar, die sich nach der Burg Waldenberg benennen. Davon treten vier ziem­lich zeitgleich auf:

 

Heinrich von Waldenberg (1218 Familiensenior; Lehensträger des 1189 - 1223 belegten Gottfried I. von Eppstein)56,

 

Gottfried von Waldenberg (1218 Würzburger Domkanoniker)57,

 

Burkard von Waldenberg (um 1200/1227 Aschaffenburger Stiftskanoniker)58,

 

Konrad von Waldenberg (1225 Laienzeuge in Mainzer Urkunde)59.

 

Die Genannten dürften alle der gleichen Generation angehören, also Brüder sein. Als ihren Vater können wir mit ziemlicher Si­cherheit den in der bekannten Urkunde von 1227 mit seinen (nicht näher benamten) Söhnen erwähnten (früheren) Aschaffenburger Vize­dom Konrad von Waldenberg60 bestimmen. Urkundlich direkt faßbar ist er (ohne Zubenennung) 1187, 1189 und 119661. Gleicher Name und Titel machen wahrscheinlich, daß der für 1150/53 bzw. zwi­schen 1165 und 1183 belegte Vizedom Konrad62 der Vater des letz­teren, somit der Großvater der waldenbergischen Brüder ist.

 

Orientiert man sich am Aschaffenburger Vizedomamt63, das offenbar - das wird unten noch deutlicher - bevorzugt Mitgliedern dieser Familie bzw. Sippe übertragen wurde, so trifft man noch eine Generation früher (1122) auf einen Warmunt, den ersten Inhaber dieses Amtes64. Die Seltenheit seines Namens erlaubt es, von verwandtschaftlichen Verbindungen (wohl Großvater) zu jenem Aschaffenburger Stiftskanoniker Warmund auszugehen, als dessen Bruder 1181 ein Konrad von Wallstadt als Familienoberhaupt erscheint65.

 

Mit Wallstadt, das wir mit einiger Sicherheit als Kleinwallstadt ansprechen können66, sind wir wieder in der unmittelbaren Nachbarschaft der Burg Waldenberg angelangt. Von ihr hörten wir erstmals in Verbindung mit Erzbischof Konrad von Wittelsbach (1183 - 1200) und seinem Vizedom Konrad "dictus de Waldinberc" (belegt 1187 - 1196). Betrachtet man diese Fakten im Zusammenhang, so bietet sich folgender Rekonstruktionsversuch an: Erzbischof Konrad von Wittelsbach ließ die Burg Waldenberg nach seiner Rückkehr aus dem Exil, also in den Jahren nach 1183 errichten. Er beauftragte damit seinen (wohl neu bestellten) Aschaffenburger Vizedom Konrad, der nach dieser Burg benannt wurde, sie demzufolge fortan als Hauptwohnsitz nutzte. Der neue Burgherr ist höchstwahrscheinlich identisch mit jenem Konrad, der sich 1181 noch nach (Klein-) Wallstadt benannte. Dafür spricht zum einen die unmittelbare Nähe zur Burg Waldenberg, zum anderen die - mittels Konrads Bruder Warmund erkennbare - enge Verwandtschaft mit früheren Inhabern des Aschaffenburger Vize­domamtes.

 

Das Fortbestehen sowohl der Familie (bzw. eines Familienzweiges) als auch ihres Kleinwallstadter Ortswohnsitzes dürfte ein zwischen 1267 und 1287 verstorbener Konrad von Wallstadt bestätigen, dem das Aschaffenburger Stift Weinberge in Radheim verdankt67. Es ist sicher der gleiche, der im Kleinwallstadter Nachbarort Elsenfeld das von Mainz herrührende Dorfgericht als eppsteinisches (After-)Lehen besaß68.

 

Auf Konrad folgt ein Ritter Berthold von Wallstadt, von dem meh­rere Stiftsurkunden des Zeitraums 1295 - 1316 berichten. Er war mit einer Wiela verheiratet, zählte zum Aschaffenburger Stadt­adel, war (1316) erzbischöflicher Stadtschultheiß und besaß reichen Familienbesitz in der Stadt, darunter vier Häuser in der Pfaffengasse, von denen drei als neu erbaut, das andere - offenbar der schon ältere örtliche Familienwohnsitz - als Steinhaus bezeichnet wird69. Da bereits 1181 der Stiftskanoniker Warmund, der Bruder des älteren Konrad von Wallstadt (-Waldenberg), hier über einen Hof mit Steinhaus - vielleicht das bekannte "Stäblerhaus"70 - zugunsten des Kollegiatstiftes verfügte71, wird deutlich, daß die Herren von Wallstadt-Waldenberg nicht nur in der Umgebung von Aschaffenburg umfangreichen Besitz hatten, sondern daß sie auch in der Stadt selbst eine herausragende Rolle spielten72. Ihre Stellung als mainzische Vizedome deutete das schon an.

 

Dem Berthold von Wallstadt, der nachweislich in Kleinwallstadt ("Walhestat minor") begütert war73, folgt zeitlich ein Dietrich von Wallstadt, den eine mainzische Urkunde von 1321 nennt74. Ein Berthold von Wallstadt, wohl ein Sohn des um 1320 verstorbenen Aschaffenburger Stadtschultheißen, ist für 1335 als Bürgermeister in Frankfurt am Main überliefert75. Mit ihm verliert sich die Spur (dieses Zweiges) der alten Herren von Wallstadt.

 

Burg Waldenberg - eine mainzische „Trutzveste“

Um die Geschichte der Burg Waldenberg abzurunden, müssen wir noch auf die Frage eingehen, welche Absicht Erzbischof Konrad von Wittelsbach wohl ursprünglich mit ihrer Errichtung verbunden hat. Sollte sie lediglich eine Schutzfunktion für den mainzischen Besitz in Kleinwallstadt erfüllen? Ist ihre etwas zurückgezogene Lage allein durch die dort für einen Wehrbau sehr günstigen topografischen Gegebenheiten (Bergsporn) bedingt oder kamen ihr hier noch weitere Aufgaben zu? War sie schon von Anfang an gegen die Grafen von Rieneck gerichtet oder war damals der Mainzer Besitz in diesem Raum von anderer Seite bedroht?

 

Betrachten wir uns zunächst das Umfeld der Burg. Sowohl auf älteren Karten wie auch noch gut im Gelände ist ein Weg auszumachen, der nahe an ihr vorbeizieht. Es ist die Verlängerung der von Kleinwallstadt herkommenden Schloßstraße, die - im Wald als tiefer Hohlweg (früher „Roßbacher Weg“ genannt) - hinauf zur Dörnetshöhe nördlich von Hausen führt und dort Anschluß an mehrere Altstraßen findet. Von größerer überörtlicher Bedeutung war eine nur wenig weiter südlich vom Maintal (Elsenfeld und Kleinwallstadt) in den Innenspessart führende Verbindung, nämlich jene über Hofstetten und Hausen. Die beiden Dörfer mit ihren typischen Herbergs-Ortsnamen76 liegen in gleicher Entfernung zur Burg Waldenberg wie Kleinwallstadt. Die Aufmerksamkeit des Mainzer Burgherren könnte somit auch diesen nahen Verkehrsverbindungen und Siedlungen gegolten haben.

 

Nun ist es gerade der am Taleingang liegende Straßenknotenpunkt Hofstetten, wo - belegt ab dem 14. Jahrhundert - die Grafen von Rieneck mit massiven Besitzrechten auftreten, teilweise in Konkurrenz mit dem Mainzer Domkapitel77. Die hochmittelalterlichen Besitzverhältnisse liegen zwar im dunkeln, doch ist anzunehmen, daß die Rienecker bereits im fraglichen späten 12. Jahrhundert hier die Dorfherrschaft ausübten, vielleicht auch im benachbarten Hausen, wo sie ebenfalls (neben Mainz) nachweisbar sind78. War also die Burg Waldenberg schon ursprünglich gegen die Grafen von Rieneck gerichtet?

 

Daß die Grafen, die nicht nur Aschaffenburger Stiftsvögte, sondern auch Mainzer Burggrafen und Erzstiftsvögte waren, bereits mit Konrad von Wittelsbach auf Kriegsfuß standen, ist schriftlich überliefert: 1196/97 bat der Erzbischof Kaiser Heinrich VI. um ein Mandat gegen seinen Vasallen und Lehensmann, den Grafen von Rieneck, da dieser ihm die Gefolgschaft verweigerte79. Daß eines der in der Urkunde angesprochenen "castella", deren Mainzer Lehenshoheit die Rienecker damals nicht anerkannten, die Burg Waldenberg war, ist jedoch unwahrscheinlich. Deren Abhängigkeit von Mainz dürfte unumstritten gewesen sein, zumal sie einem mainzischen Vizedom unterstellt war. Auch fehlen Anzeichen dafür, daß bereits damals der südwestliche Spessart von diesem Streit berührt war80.

 

Bei eingehenderer Betrachtung gewinnt man die Überzeugung, daß die Burg Waldenberg ursprünglich nicht vorrangig bzw. nur teilweise gegen die Grafen von Rieneck gerichtet war. Zum einen existierte sehr wahrscheinlich deren (1260 erstmals erwähnte) Burg Wildenstein damals noch nicht81; auch von einer Stützpunktfunktion Hofstettens82 ist nichts bekannt. Zum anderen war die Burg Waldenberg trotz ihrer (aus Kleinwallstadter Sicht) etwas zurückgezogenen Lage doch primär auf das nahe, hier nach Süden breiter werdende Maintal orientiert83. Und schließlich weisen auch die politischen Verhältnisse ihrer Entstehungszeit in diese Richtung, wobei, wie wir bald sehen werden, auch die Grafen von Rieneck wieder in unser Blickfeld treten.

 

1165 hatte Kaiser Friedrich Barbarossa den (seit 1160 amtierenden) Mainzer Erzbischof Konrad von Wittelsbach abgesetzt. Unter dessen Nachfolger Christian von Buch, der als treuer Gefolgsmann des Staufers die meiste Zeit seines Pontifikats (1165 - 1183) mit dem Kaiser in Italien statt in seiner Diözese weilte, erlebte das Erzstift eine Epoche des Zerfalls. Zu den Hauptnutznießern dieser Schwäche zählt Barbarossa selbst84. Die immense Bedeutung des Untermain-Spessart-Gebietes für die staufische Reichslandpolitik ergibt sich u. a. aus der Tatsache, daß der Kaiser längs des Mains südlich von Kleinwallstadt an den markantesten Stellen Stützpunkte errichten ließ, die er mit den Herren von Schüpf, einer der angesehensten Reichsministerialenfamilien, besetzte. Damit beherrschte er in diesem Raum den Fluß- und Straßenverkehr85.

 

Der staufische Zugriff nach mainzischem Besitz zeigt sich besonders deutlich bei Klingenberg am Main. Obwohl unter Erzbischof Adalbert I. als Mainzer Eigentum ausgewiesen, entstand dort um 1170/80 die Clingenburg der staufischen Reichsschenken von Schüpf86. Auch in Obernburg, wo das Aschaffenburger Stift reichen Besitz hatte, lassen sich die Reichsministerialen als Vogteiherren nachweisen87.

 

Nachdem Konrad von Wittelsbach 1183 auf den Mainzer Bischofstuhl zurückgekehrt war, ging er zielstrebig daran, die einstige Stärke und Bedeutung seines Erzstiftes soweit als möglich wieder herzustellen88. Auch das Mainz unterstellte Aschaffenburger Kollegiatstift läßt dieses Bestreben erkennen. Unter seinem aus dem Reichsdienst (als Protonotar der Reichskanzlei) ausgeschiedenen Propst Wortwin erwirkte es unter Vermittlung durch Erzbischof Konrad bei Papst Lucius III., dem Gegenspieler des Kaisers, 1184 ein Privileg, welches das Stift unter päpstlichen Schutz stellte und seine Güter und Rechte bestätigte. Stefan Krimm sieht darin die Absicht, gegenüber König und Vogt einen Sperriegel zu errichten, um ein weiteres Vordringen der staufisch‑rieneckischen Interessengemeinschaft in den Innenspessart zu verhindern89. Die Lucius-Urkunde nennt auch Kleinwallstadt, und zwar als südlichsten Maintalort am Spessartrand!

 

Betrachtet man alle Fakten im Zusammenhang, so erscheint es gerechtfertigt, die unter unter Erzbischof Konrad errichtete Burg Waldenberg als Mainzer Reaktion auf die intensive staufische Reichslandpolitik in diesem Raum zu betrachten, als erzstiftische "Trutzveste" gegenüber den benachbarten reichsministerialischen Stützpunkten Clingenburg, Erlenbach90, Obernburg (-Mainhausen)91 und Großwallstadt. Bezeichnenderweise ist letzteres zur Unterscheidung vom gegenüberliegenden "Bischofswallstadt" (= Kleinwallstadt) einst „Königswallstadt" genannt worden92.

 

Für die wohl ähnlich wie die alte Clingenburg etwas vom Maintal zurückgezogene Lage der Burg Waldenberg waren wohl in erster Linie die dort wesentlich günstigeren topografischen Verhältnisse maßgebend93. Man kann diesen Standort an der Südwestflanke des Waldgebirges und nahe von Altstraßen aber auch als Ausdruck mainzischer Besitzansprüche auf den im Rücken der Burg liegenden Innenspessart interpretieren.

 

Die Ausrichtung der Burg Waldenberg auf die staufischen Stützpunkte im südlichen Maintal besagt keineswegs, daß Mainz den Grafen von Rieneck damals noch keine Aufmerksamkeit geschenkt hat. Zwar lassen die Grafen im südwestlichen Spessart, wo später ihre Burg Wildenstein und ihr Kloster Himmelthal entstanden, noch keine Expansionsbestrebungen erkennen, im Maintal dürften sie jedoch schon damals präsent gewesen sein. Im staufischen Erlenbach hatten sie Grundbesitz und das Patronatsrecht, letzteres vergeben an die Reichsministerialen von Kesselberg (die möglicherweise Verwandte der Herren von Waldenberg waren)94. In Großheubach, wo die Rienecker ebenfalls begütert waren, war das gleiche Recht pfalzgräflich95; Pfalzgraf Konrad von Staufen war ein Halbbruder Barbarossas96. 1184 war Graf Gerhard II. von Rieneck mit dem Kaiser in Italien97, 1187 ist Gerhard als Inhaber der für das Untermain-Spessart-Gebiet so wichtigen Aschaffenburger Stiftsvogtei belegt, die er vermutlich sogar den Staufern verdankt98.

 

Dies sind nur einige der Fakten, die für die bedeutende Rolle der Rienecker in der staufischen Reichslandpolitik sprechen. Offenbar sollten die Grafen die beiden wichtigen Königslandschaften Frankfurt/Wetterau und Ostfranken miteinander verbinden. Dies ist zunächst durch Mainz unter Erzbischof Christian gefördert, ab 1183 unter dem neuen Erzbischof und alten Widersacher Barbarossas, Konrad von Wittelsbach, behindert worden99. Die Errichtung der Burg Waldenberg wird man im Rahmen dieser Politik Erzbischof Konrads sehen dürfen.

 

Burg Waldenberg - einst staufischer Stützpunkt?

Es ist eine Nachricht des zuletzt genannten Mainzer Kirchenfürsten, die mich davon abhielt, diese Untersuchung zur Geschichte der Burg Waldenberg und ihrer Herren hier abzuschließen. In einem zwischen 1189 und 1190 entstandenen Bericht schildert der Wittelsbacher, in welchem Zustand der Verwüstung, Unterdrückung und Demütigung er das Mainzer Erzstift bei seiner Rückkehr 1183 angetroffen hat. Seine Aufzählung des verlorengegangenen Besitzes enthält eine für uns hochinteressante Angabe. Dort heißt es (übersetzt)100: "Bedrängt wurde sie [die Mainzer Kirche] auch durch neue Befestigungen wie Weisenau, das von dem damaligen Kämmerer Tuto erbaut und dem königlichen Befehl unterstellt worden war; in ähnlicher Weise fanden wir auch eine Befestigung vor den Toren Aschaffenburgs vor, die von dem damaligen Vizedom Konrad errichtet worden war."

 

Ausgehend von der bekannten Überlieferung eines früheren Aschaffenburger Vizedoms Konrad "dictus de Waldinberc"101 sprach bereits Gustav Schenk von Schweinsberg die Vermutung aus, daß diese zwischen 1165 und 1183 (= Amtszeit des staufertreuen Erzbischofs Christian von Buch) erbaute Befestigung die Burg Waldenberg bei Kleinwallstadt sein könnte. Die unpassende Tatsache, daß letztere jedoch ein geraumes Stück von Aschaffenburg entfernt liegt, versuchte er mit der Bemerkung zu übergehen, die Angabe "vor den Toren Aschaffenburgs" ("in portis Aschafinburc") sei wohl nicht wörtlich zu nehmen102.

 

Ebenso wie Albert Klein103 hat sich auch Peter Acht, der Bearbeiter des Mainzer Urkundenbuches, ohne Vorbehalt dieser Lokalisierung angeschlossen, jedoch darauf hingewiesen, daß der Vizedom Konrad von Waldenberg, der 1187, 1189 und 1196 urkundlich greifbar wird, zu unterscheiden ist von dem für 1150/53 belegten Vizedom Konrad; letzterem, der als Vater des Konrad von Waldenberg angesprochen werden könne, sei wohl die vor 1183 erfolgte Errichtung der fraglichen Burg zuzuschreiben104.

 

Der genealogischen Unterscheidung zwischen den beiden Konrad können wir voll zustimmen, nicht aber der Schlußfolgerung, daß die bereits von dem älteren Konrad errichtete Befestigung vor Aschaffenburg mit der Burg Waldenberg identisch ist. Es gibt nämlich eine - wie ich meine - wesentlich überzeugendere Möglichkeit, die vor 1183 von Vizedom Konrad vor den Toren Aschaffenburgs erbaute Burg zu identifizieren.

 

Angehörige der Herren von Waldenberg

Auf den Weg zu ihr führen uns die Herren von Waldenberg selbst. Heinrich und Gottfried von Waldenberg, in denen auch Schenk von Schweinsberg Söhne des Vizedoms Konrad von Waldenberg sieht105, begegnen uns erstmals in zwei Urkunden von 1218, die beide die Herren von Kugelnberg („Kugelinberch“ u. ä.) und deren damals erfolgte Gründung des Klosters Schmerlenbach betreffen106. Daß die Waldenberger in engster genealogischer Beziehung zu den Kugelnbergern standen, wird zunächst schon daran erkennbar, daß Heinrich von Waldenberg hier ebenso wie Konrad von Kugelnberg als "Mundiburdus", d. h. als Familienoberhaupt auftritt.

 

M. B. Kittel hat diesen auffälligen Sachverhalt mit der Hypothese zu erklären versucht, Heinrich oder dessen Vater sei wohl mit einer Dame aus dem Hause Kugelnberg verheiratet gewesen107. Dafür fehlt nicht nur jegliches Indiz, eine solche Annahme widerspricht auch Heinrichs Stellung als "Mundiburdus", die man kaum einem weniger nahen (cognatischen) Verwandten eingeräumt hätte108. Darüber hinaus gibt es noch eine Vielzahl weiterer Fakten, die verdeutlichen, daß es sich bei den Waldenbergern und Kugelnbergern um Angehörige der gleichen Familie handelt109:

 

·      Alle bei den Herren von Waldenberg auftretenden Vornamen (Konrad, Heinrich, Gottfried, Burkhard) waren auch bei den Herren von Kugelnberg gebräuchlich110.

 

·      Die Geistlichen beider Linien bevorzugten die gleichen kirchlichen Institutionen: das Würzburger Domstift und das Aschaffenburger Kollegiatstift111.

 

·      Die Familiengüter der Kugelnberger konzentrierten sich auf die Orte Goldbach, Hösbach, Bessenbach, Dörnhof und weitere Orte im Umfeld ihrer Burg bzw. ihres Klosters112. In den genannten vier Orten und im gleichen Umkreis hatte auch Heinrich von Waldenberg Besitz113! Diese Stiftslehen haben die Waldenberger bestimmt nicht von den Kugelnbergern erheiratet.

 

·      Die Kugelnberger waren, wie die Waldenberger, auch in Sulzbach am Main und damit im Nahbereich der Burg Waldenberg begütert114.

 

Außer zu den Waldenbergern lassen sich auch enge Verbindungen der Kugelnberger zu den Herren von Hösbach erschließen. Ausgangspunkt dafür ist die Tatsache, daß das Patronatsrecht der dortigen Kirche den Kugelnbergern gehörte, was schon Kittel schlußfolgern ließ, daß diese eines Stammes mit den Hösbacher Ortsadeligen sind, weil letztere ihren Wohnsitz hier neben der Kirche gehabt hätten115.

 

Noch in der neuen Hösbacher Chronik116 hat man übersehen, daß 1189 Hermann von Hösbach als Vater des (als Zeuge nachfolgenden) Konrad von Bessenbach ausgewiesen ist: "Hermannus de Hostebach et filius eius Conradus de Bessenbach"117. Stimmt unsere These einer Zusammengehörigkeit der Familien Waldenberg-Kugelnberg, so müßten demnach auch die benachbarten Bessenbacher, als gesicherte Nachkommen der Hösbacher, mit den Waldenbergern eng verwandt sein. Auch dies kann auf mehrfache Weise verdeutlicht werden. Schon oben haben wir die engen genealogischen Verbindungen der frühen Inhaber des Aschaffenburger Vizedomamtes mit den Herren von Wallstadt-Waldenberg bemerkt. So gesehen ist es schon vielsagend, als nächsten nach Konrad von Waldenberg auftretenden Vizedom einen Konrad von Bessenbach (1222) benannt zu finden118. Daß man auch bei seiner Ernennung verwandtschaftliche Beziehungen zu seinen Amtsvorgängern berücksichtigt hat119, läßt sich mittels der Heraldik eindrucksvoll bestätigen. Die Ritter von Bessenbach führten das gleiche Wappen, einen doppelköpfigen Storch (oder Kranich), wie die Herren von Wallstadt120!

 

Damit läßt sich das gleiche Wappen nicht nur für die Herren von Waldenberg in Anspruch nehmen121, sondern wohl auch als eigentliches Familienwappen der Kugelnberger. Zwar siegelt Konrad von Kugelnberg mit einem anderen Wappen, doch ist dieses so außergewöhnlich - im geteilten Schild oben drei Reihen Feh, unten drei Löwen -, daß man nicht nur im gesamten Untermain-Spessart-Gebiet seinesgleichen sucht. Da auch seine Bestandteile keine überzeugenden Anhaltspunkte für entsprechende Verwandtschafts- oder Heiratsverbindungen ergeben122, möchte man annehmen, daß es lediglich dem Wunsch dieses Kugelnbergers nach einem anspruchsvolleren Wappenbild entsprang123.

 

Zur Wappengruppe mit dem Doppelstorch gehören auch die nahe Kugelberg-Hösbach ansässigen Herren von Wasen und von Weiler124; letztere gelten als Nachkommen der benachbarten Bessenbacher125. In Hösbach/Goldbach, wo die Waldenberger, Kugelnberger und Hösbacher begütert waren, hatten auch die von Wasen und von Weiler Besitz; wie Heinrich von Waldenberg trugen sie dort Zehntrechte vom Aschaffenburger Stiftspropst zu Lehen126. Diesen immer deutlicher werdenden genealogisch-besitzgeschichtlichen Zusammenhängen entspricht auch das Nebeneinander von Angehörigen der genannten Familien in Urkunden des Aschaffenburger Kollegiatstifts127.

 

Näher hingewiesen sei hier lediglich auf eine Urkunde von 1181, da sie noch weitere verwandte Familien zu erkennen gibt, darunter die Adeligen von Röllbach und von Bürgstadt128, wodurch auch das dazwischenliegende Großheubach berührt wird, wo mit den "Brysing von Heidebach" nochmals - hier an südlichster Stelle - Träger des Doppelstorch-Wappens begegnen129. Die erwähnte Urkunde ist die gleiche, die uns bereits mit dem Stiftskanoniker Warmund und seinem Bruder Konrad von Wallstadt bekannt gemacht hat130. Letzterer steht hier in der Zeugenreihe unmittelbar neben Konrad von Bessenbach!

 

Wir kennen einen älteren Warmunt ebenso wie einen jüngeren Konrad von Bessenbach als Inhaber des Aschaffenburger Vizedomamtes. Amtsvorgänger des Bessenbachers war (nach 1183) Konrad von Waldenberg, den wir mit dem 1181 genannten Konrad von Wallstadt gleichsetzen, eine These, die durch die zuletzt dargestellten Zusammenhänge noch verstärkt wird. Hat also dieser Konrad, wovon auszugehen wir viele Gründe haben, die Burg Waldenberg im Auftrag seines Herrn, des Mainzer Erzbischofs Konrad von Wittelsbach, erbaut, dann kann sie nicht identisch mit jener Befestigung sein, die der Erzbischof bei seiner Rückkehr 1183 vor Aschaffenburg angetroffen hat, auch wenn sie ebenfalls von einem Vizedom namens Konrad errichtet worden ist. Diese bereits oben getroffene Feststellung war der Ausgangspunkt für unsere Beschäftigung mit dem engeren Familienkreis der Herren von Wallstadt-Waldenberg, wobei wir die Herren von Kugelnberg und Hösbach-Bessenbach als nächste Verwandte erschließen konnten. Mit diesem erweiterten Blickwinkel dürfte es nicht mehr schwer sein, die gesuchte Burg zu lokalisieren.

 

Burg Kugelberg - staufische Position vor Aschaffenburg

Man könnte zunächst an Konrad von Bessenbach denken, da er den passenden Vornamen trägt und sein namengebender Wohnsitz (man vermutet ihn auf dem Keilberg bei Unterbessenbach)131 schon 1181 bestanden haben muß. Da er in diesem Jahr ohne Vizedomtitel erscheint, 1189 noch mit seinem Vater Hermann von Hösbach (und wiederum ohne Amtsbezeichnung) auftritt132, dürfte er jedoch kaum mit dem bereits unter Erzbischof Christian von Buch tätigen Vizedom Konrad identisch sein. Hinzu kommt, daß auch Bessenbach nicht überzeugend als "vor den Toren Aschaffenburgs" liegend bezeichnet werden kann.

 

 

Der Kugelberg vor den Toren von Aschaffenburg

 

Dieses Prädikat trifft dagegen in so eindeutiger Weise auf die Burg Kugelberg zu, daß man sich fragen muß, warum sie von der historischen Forschung bisher noch nicht als die gesuchte Befestigung identifiziert worden ist133, zumal auch die bisher diesbezüglich beanspruchten Waldenberger in urkundlich auffälliger Art auf engste Verbindungen mit den Kugelnbergern verweisen. Auf einem ins Tal vorgeschobenen Bergkegel gegenüber von Goldbach gelegen, beherrschte die Burg Kugelberg in topografisch günstiger Position das untere Aschafftal und damit den naturgegebenen Zugang Aschaffenburgs in den Spessart. Nur 3 km von der Stadt entfernt, stand die einst bis weit in linksmainisches Gebiet sichtbare Burg direkt im Blickfeld der Aschaffenburger, insbesondere ihrer weltlichen und geistlichen Herren auf dem dortigen Bad- bzw. Stiftsberg134. Diese Situation mußte der 1183 zurückgekehrte Erzbischof Konrad von Wittelsbach, dem Aschaffenburg wahrscheinlich sein Stadtrecht verdankt135, ähnlich bedrohlich empfinden wie die Errichtung der Burg Weisenau vor Mainz136.

 

Auch Roman Fischer schätzt in seiner Studie „Aschaffenburg im Mittelalter" den damaligen Vorgang als schwerwiegend ein: "Der Viztum, also der Beamte und Vertreter des Erzbischofs, errichtet eine Burg mit direkter Stoßrichtung gegen seinen Dienstherrn und unterstellt diese direkt dem Kaiser (‘regio dominio’); deutlicher kann man das Interesse des Kaisers an dieser Region und deren Bedeutung für die staufische Reichslandpolitik kaum ausdrücken."137 Fischer meint, daß mit der Burg offenbar ein Gegengewicht zur (alten) Aschaffenburger Burg geschaffen werden sollte138.

 

Diese an sich treffenden Aussagen verlieren dann an Überzeugungskraft, wenn man sie auf die Burg Waldenberg bezieht. Das war auch Fischer bewußt, denn er verweist zwar auf dementsprechende Vermutungen, distanziert sich jedoch hiervon, indem er den Standort der gesuchten Burg als unbekannt deklariert139. Sieht man in ihr die Burg Kugelberg, so sind auch die so wichtigen geografischen Vorgaben erfüllt. Dieser These widerspricht auch nicht der Umstand, daß der Kugelberg nur Platz für eine relativ kleine Anlage bot140, denn schließlich ging es um eine augenfällige Demonstration königlich-staufischer Machtansprüche und nicht um deren gewaltsame Durchsetzung. Welche Bedeutung der Burg seitens der Herren von Kugelnberg selbst beigemessen wurde, kommt u. a. darin zum Ausdruck, daß sich auch Familienmitglieder bzw. -zweige nach ihr benannt haben, die anderenorts wohnten141. Bemerkenswert ist auch, daß während Erzbischof Konrads Abwesenheit mainzischer Besitz im Untersuchungsraum an die staufernahen Edlen Gerhard von Kälberau und Hartmann von Büdingen gelangte, und zwar in Aschaffenburg (die Münze), in Schweinheim und in Sailauf142. Die Burg Kugelberg liegt genau in dem durch die genannten Orte markierten Gebiet!

 

Vizedom Konrad I. - Stammvater der Herren von Kugelnberg-Waldenberg

Was zur Vervollständigung unserer These noch fehlt, ist ein den Herren von Kugelnberg zurechenbarer Vizedom Konrad. Ihn namhaft zu machen, ist nicht schwierig. Wie schon Peter Acht bemerkt hat, ist der unter Erzbischof Konrad von Wittelsbach nach 1183 greifbare Vizedom Konrad von Waldenberg von dem älteren, 1150/53 belegten Vizedom Konrad zu unterscheiden und in beiden wohl Vater und Sohn zu sehen. War der jüngere, wie wir oben begründet haben, der Erbauer der Burg Waldenberg, so bietet sich der ältere Konrad problemlos als Gründer der Burg Kugelberg an. Wir sind damit genau in jener Generation angelangt, in der bereits Kittel, der sich mit der kugelnbergischen Genealogie eingehender beschäftigt hat, mit guten Gründen den Stammvater der Familie suchte143.

 

In der zweiten Generation der Kugelnberger ist kein Konrad bekannt, obwohl dieser Taufname später gleich mehrfach bei ihnen auftritt. Damit ist es möglich, den ältesten bisher bekannten Familienangehörigen, den für 1187 belegten Heinrich von Kugelnberg, als Bruder des (in der gleichen Urkunde genannten) Vizedom Konrad von Waldenberg anzusprechen144. Diese Zuordnung erklärt das Auftreten von Konrads Sohn Heinrich von Waldenberg (Vorname des Onkels!) als "Mundiburdus" der Kugelnberger und weitere oben dargelegte Zusammenhänge.

 

Gründer des Klosters Schmerlenbach, in dessen ältesten Urkunden die Waldenberger mitwirkten, war der Archidiakon und Domherr von Würzburg und Propst zu (Ober-)Mockstadt, Gottfried von Kugelnberg145. Er gilt als Bruder Heinrichs von Kugelnberg146, war somit (entsprechend unserer These) ein weiterer Bruder Konrads von Wallstadt-Waldenberg. Gottfried heißt treffenderweise der die zweite Schmerlenbacher Urkunde von 1218 bezeugende Waldenberger147.

 

Als nahe Verwandte der Herren von Kugelnberg-Waldenberg betrachten wir die Ritter von Hösbach-Bessenbach. Der zunächst irritierende Umstand, daß nicht auch dieser Familienzweig in den frühen Schmerlenbacher Urkunden mitwirkt bzw. unter den Familiensenioren von 1218 vertreten ist, läßt sich ebenfalls begründen. Wir kennen ja als Vater Konrads von Bessenbach einen Hermann von Hösbach, der altersmäßig der Generation des älteren Vizedom Konrad zuzuordnen ist. Waren die beiden Brüder, wofür auch der Name Konrad bei Hermanns Sohn spricht, dann erklärt sich die trotz enger Verwandtschaft festzustellende Gütertrennung zwischen den Familienzweigen Hösbach-Bessenbach und Kugelnberg-Waldenberg. Übrigens kehrt der Name Hermann bei einem Aschaffenburger Vizedom von 1236 wieder148. Da wenige Jahre zuvor Konrad von Bessenbach dieses Amt inne hatte149, darf dieser Hermann und vermutlich auch der damalige Schultheiß Embrico, dessen Name wieder in Beziehung zu einem früheren Vizedom Embrico von 1136 steht150, den Bessenbachern zugerechnet werden.

 

Mainzische Dienstmannen und staufische Gefolgsleute

Der ältere Vizedom Konrad oder Konrad I. von Kugelnberg, wie wir ihn jetzt nennen können, muß also, wenn wir die erste Nachricht von seiner Burg richtig interpretieren, ein Parteigänger des Stauferkaisers gewesen sein. Er stand damit auf der gleichen Seite wie Erzbischof Christian von Buch als Reichskanzler und wie die Mainzer Erzstifts- und Aschaffenburger Stiftsvögte, die Grafen von Rieneck151. Auch Hartmann von Büdingen (Wetterau) und wohl auch Gerhard von Kälberau (wahrscheinlich der Vater unseres bekannten Friedrich von Kälberau), die mainzischen Besitz im Raum Aschaffenburg übernommen hatten, waren staufische Gefolgsleute152. Wie die Kälberauer sind auch die Herren von Kugelnberg schon früh im engeren Umkreis der Rienecker anzutreffen153; als Lehensträger der Grafen sind sie jedoch ebensowenig belegt wie als Reichsministerialen.

 

Aus dieser Sachlage heraus stellt sich nochmals die Frage nach den für die Errichtung der Burg Kugelberg maßgeblichen Hintergründen. Da sie inmitten kugelnbergischer Familiengüter lag, könnte man nämlich auch an zunächst rein private Interessen denken und ihre Bindung an das Reich als spätere Absicherungsmaßnahme gegenüber mächtigeren Nachbarn deuten. Dem widerspricht jedoch ihre offensichtliche Gegenposition zu Aschaffenburg, die wir hier bei keiner Befestigung selbst des höheren Adels (Rieneck, Kälberau, Hainhausen-Eppstein) in vergleichbarer Form feststellen können. Daß die Burg von Mainz bzw. Aschaffenburg aus nicht lediglich als Wohnsitz des Vizedoms, sondern als gefährlich naher staufischer Stützpunkt gesehen wurde, kommt schließlich gerade in ihrer Nennung durch Erzbischof Konrad und durch das weitere Schicksal der mit ihr zusammen erwähnten Burg Weisenau154 zum Ausdruck.

 

Man möchte meinen, daß sich die Dienstpflichten eines mainzischen Vizedoms überhaupt nicht mit einem solchen Vorgehen Konrads I. von Kugelnberg vereinbaren ließen. Hier müssen wir uns jedoch eines Besseren belehren lassen. Auch die dem Kaiser unterstellte Burg Weisenau ist von einem Mainzer Ministerialen, dem Kämmerer Dudo, erbaut worden155. Als noch aufschlußreicher erweist sich ein Blick auf die zeitgleichen Verhältnisse in Würzburg, wohin gerade die Herren von Kugelnberg vielfältige Beziehungen hatten156. Daß diese schon unter ihrem Stammvater Konrad I. bestanden, geben die Ämter seines Sohnes Gottfried als Würzburger Domherr und Archidiakon sowie dessen Verwandtschaft mit dem Propst des Stiftes Haug, Dietrich von Hohenberg (Homburg ob der Wern)157, zu erkennen, der 1223 - 1225 sogar den Würzburger Bischofstuhl besetzte158. Seiner Familie entstammt wahrscheinlich Gottfrieds Mutter159, also die Gattin Konrads I. von Kugelnberg. Der Name Dietrich kehrt bei den Herren von Wallstadt wieder160.

 

Verbindungen mit den Herren von Ravensburg

Als noch interessanter erweist sich die Verwandtschaft der Kugelnberger mit den im Würzburger Hochstift einst bedeutenden Herren von Ravensburg (auch: Rabensburg). Sie ist zu erschließen anhand von Ansprüchen, die eine "domina Irmengardis dicta de Ravensburg" auf eine Vielzahl kugelnbergischer Familiengüter erhob; sie wurden 1232 dem Mainzer Domkantor Albert von Kugelnberg zugesprochen und kamen wenig später an Schmerlenbach161. Bereits 1222 tritt in einer Urkunde des Mainzer Erzbischofs Siegfried für das gleiche Kloster ein Aschaffenburger Stiftskanoniker Heinrich von Ravensburg direkt neben Konrad von Kugelnberg auf162. Daß letzteres kein Zufall ist, verdeutlichen weitere Urkunden. Als Heinrich von Ravensburg 1229 Besitz in Wenigumstadt (bei Großostheim) erwirbt, sind ein Johannes von Hösbach und - wohl dessen Verwandter - Gerhard von Sailauf unter den Zeugen163. Schon 1225 erscheint der Hösbacher in Gesellschaft mit Konrad von Waldenberg, Konrad von Kugelnberg und Gerhard von Bessenbach164.

 

Noch gewichtiger für unsere Untersuchung ist die Tatsache, daß Heinrich von Ravensburg in den zwei einzigen Urkunden, welche die Burg Waldenberg nennen, jeweils als Spitzenzeuge auftritt165. Da die beiden Ravensburger Heinrich und Irmengard zweifellos nahe verwandt (Geschwister?) waren, Irmengards Besitzansprüche bestimmt auf eine Abstammung von den Kugelnbergern zurückgehen166, haben wir damit auch einen weiteren Beleg für den genealogischen Zusammenhang Kugelnberg-Waldenberg.

 

Die Herren von Ravensburg sind ein Zweig des Würzburger Ministerialengeschlechts „de Foro“ - „de Wirceburc“. Diese Familie war über Generationen hinweg im Besitz des Würzburger Vizedomamtes. Bodo, der Stammvater der Ravensburger Linie, war mit einer Tochter des Reichsmarschalls Heinrich von Pappenheim verheiratet. Die Ehe der beiden förderte Kaiser Barbarossa höchstpersönlich und schuf 1156 mit einem Ehe- und Kinderteilungsvertrag „unzweifelhaft erst den Staufern die Handhabe für ihre erfolgreiche Politik im Raum um Rothenburg-Würzburg“, wie Johanna Reimann die Doppelministerialität der Ravensburger in bezug auf Reich und Hochstift Würzburg beurteilt167. Reimann verdeutlichte, wie vorteilhaft sich doppelte Dienstzugehörigkeit vor allem für das Reich, aber auch für die Ministerialen selbst, in der Praxis auswirkte. Besonders interessant ist für uns die namengebende Ravensburg bei Veitshöchheim. Sie lag strategisch günstig vor den Toren Würzburgs und es lassen sich sowohl Eigentumsrechte der Familie wie auch Ansprüche des Reiches erschließen168. Die Parallelen mit den Burgen Weisenau vor Mainz und Kugelberg vor Aschaffenburg sind offensichtlich.

 

Heinrich von Ravensburg, der zusammen mit seiner nahen Verwandten Irmengard die genealogische Komponente letzterer Parallele darstellt, war Würzburger Domherr, später Aschaffenburger Stiftskanoniker, Mainzer Domherr und Propst von Bingen, bevor er von 1233 bis 1237 den Eichstätter Bischofstuhl einnahm169. 1227, zum gleichen Zeitpunkt, als Heinrich die Burg Waldenberg betreffende Urkunde bezeugte, mußte er sich dagegen wehren, daß ihm seine Würzburger Dompfründe (durch einen Johannes von Ravensburg) entzogen wurden. Vom Papst delegierte Mainzer Kanoniker griffen als Richter ein, da Heinrich selbst sich aus Furcht für Leib und Leben nicht nach Würzburg wagte170. Was war geschehen?

 

Heinrichs gleichnamiger Vater und dessen Bruder Bodo, Söhne des mit der Pappenheimerin verheirateten Bodo, sind in eines der trübsten Kapitel der Würzburger Bistumsgeschichte verwickelt. Die beiden Ravensburger (insbesondere der jüngere Bodo) gelten als Hauptschuldige an der Ermordung des Würzburger Bischofs Konrad von Querfurt. Die Hintergründe dieser Bluttat vom 3. Dezember 1202 liegen im dunkeln. Tatsache ist, daß der Bischof kurz zuvor auf die Seite der welfischen Feinde von Barbarossas Sohn Philipp von Schwaben wechselte und daß der König keine Maßnahmen gegen die Mörder ergriff, was darauf hindeutet, daß dem Staufer die Ausschaltung seines Gegners zumindest nicht ungelegen kam171.

 

Anders reagierte Papst Innozenz III. Er erklärte (1203) die Ravensburger und ihre Erben aller Würzburger und anderer Kirchenlehen sowie ihrer Eigengüter verlustig und befahl die Zerstörung ihrer Burgen und Besitzungen. Offensichtlich auf Grund ihrer engen Beziehungen zum staufischen König nahmen die Ravensburger jedoch schon bald wieder ihre alte Führungsposition unter den Würzburger Ministerialen ein172. Schon zuvor hatte der Papst dem Mainzer Erzbischof Siegfried unter Strafandrohung verboten, König Philipp und seinen Anhängern, die Bischof Konrad verfolgten, mit Rat und Hilfe beizustehen173. Einen erneuten Tadel erhielt der Mainzer Metropolit, als er, der die Königswahl des Staufers Friedrich II. betrieb, 1212 den wegen seiner Welfentreue gebannten Würzburger Bischof Otto von Lobdeburg absetzte und ausgerechnet unseren bekannten Domherrn Heinrich von Ravensburg mit tatkräftiger Unterstützung durch dessen berüchtigte Verwandte auf den Würzburger Bischofstuhl setzte. Die Folge war die Vertreibung der Ravensburger aus Stadt und Hochstift und die Zerstörung ihrer Stammburg und sonstigen Besitzungen durch die Mannen des zurückkehrenden Bischofs Otto174.

 

In den folgenden Jahren erwähnt keine Würzburger Urkunde mehr die Ravensburger. Wohin sie sich zurückgezogen haben, ist bis heute nicht geklärt. Zumindest zwei Spuren können wir verfolgen. Beide führen in den westlichen Spessart. Heinrich kam - 1219 erstmals belegt - in Aschaffenburg als Stiftskanoniker unter; im Stiftsnekrolog sind die Namen seiner Eltern, Heinrich und Juta, verzeichnet175. Juta hieß auch die Gattin jenes in Erlenbach am Main zu Besitz (rieneckischen Lehen) gekommenen Reichsministerialen Friedrich von Kesselberg, der ebenfalls Beziehungen zu den Ravensburgern erkennen läßt, so daß diese Juta der gleichen Familie entstammen könnte176. Auch Irmingard von Ravensburg wird sich im Westspessart niedergelassen haben, da sie hier kugelnbergischen Familienbesitz an sich ziehen wollte. Nach Kittel soll eine Stiftsurkunde von 1220 einen Hof "Ravensburg" in der Aschaffenburger Pfaffengasse nennen177. Träfe dies zu178, so hätten wir hier einen konkreten Hinweis auf einen ravensburgischen Wohnsitz des fraglichen Zeitraumes.

 

Letzteres ist auch insofern interessant, da im gleichen Stadtbereich die Herren von Wallstadt (zum Teil steinerne) Wohnhäuser besaßen179. Die Ravensburger könnten hier also bei ihren waldenbergischen Verwandten untergekommen sein. Wahrscheinlich besaßen sie auch diesen gegenüber noch ererbte Besitzansprüche, wie die Spitzenzeugenschaft Heinrichs von Ravensburg in den beiden die Burg Waldenberg betreffenden Urkunden gedeutet werden kann180. Wenn auch die Burg selbst, da mainzisches Lehen, davon wohl nicht berührt war, so könnte sie dennoch, vielleicht gerade wegen ihres Mainzer Schutzherren, den Ravensburgern als Zufluchtstätte gedient haben.

 

Auf ein gespanntes Verhältnis der Ravensburger zum kugelnbergischen Familienzweig deutet der Umstand, daß die von Irmengard beanspruchten Güter den Kugelnbergern zugesprochen wurden181. So gesehen erscheint es bezeichnend, daß sich die Ravensburger (wie auch die Waldenberger) nicht als Wohltäter des kugelnbergischen Familienklosters Schmerlenbach betätigt haben182. Auch sonst könnte man gegensätzliche Feststellungen bezüglich der einzelnen Familienzweige treffen. Während die Waldenberger unter Erzbischof Siegfried II. von Eppstein einen gravierenden Machtverlust hinnehmen mußten, war der gleiche Mainzer Metropolit sowohl den Ravensburgern wie auch dem kugelnbergischen Kloster Schmerlenbach sehr gewogen183. Allerdings kann das fördernde Interesse des Eppsteiners an der Klostergründung auch als Absicht dieses geschickten Politikers interpretiert werden, die Herren von Kugelnberg auf diese Weise besitzmäßig zu schwächen bzw. in seine Abhängigkeit zu bringen. Ebenso wie die Burgen Waldenberg und Rannenberg war zweifellos auch die Burg Kugelberg ein im Rahmen der erzbischöflichen Territorialpolitik beachtetes Objekt. Vielleicht ist auch die nach den Würzburger Ereignissen von 1202 und 1212 fortgesetzte Protektion Heinrichs von Ravensburg durch Erzbischof Siegfried184 zum Teil vor diesem Hintergrund zu sehen.

 

Die Burg Kugelberg - später von Mainz abhängig?

Man möchte annehmen, daß es bereits dem Mainzer Erzbischof Konrad von Wittelsbach gelungen ist, die Bindung der Burg Kugelberg an das Reich zu lösen und die bedrohlich nahe vor Aschaffenburg gelegene Befestigung in seine Abhängigkeit zu bringen. Dies hat er nämlich bei der Burg Weisenau185 erreicht, und auch die an Gerhard von Kälberau und Hartmann von Büdingen gekommenen Güter in Aschaffenburg, Schweinheim und Sailauf konnte der Wittelsbacher (zurück-)erwerben186.

 

Möglicherweise ist es auch - wenn überhaupt187 - Mainz erst später, vielleicht mit Unterstützung durch Heinrich von Ravensburg und/oder einen Mainz nahestehenden Kugelnberger, geglückt, die Burg Kugelberg "in den Griff" zu bekommen. Heinrich, der erste namentlich genannte Kugelnberger, tritt 1187 in einem Vertrag zwischen Graf Gerhard II. von Rieneck und dem Aschaffenburger Stift als Zeuge auf188, ebenso Konrad von Kugelnberg 1213 in einer rieneckischen Urkunde189; der gleiche zog 1218 mit dem Kaiser nach Italien190. Diese Fakten sind zwar eher dazu angetan, die auf Konrad I. folgenden Kugelnberger als rieneckische Vasallen und staufische Gefolgsleute einzustufen, als an ein Dienstverhältnis zum Mainzer Erzbischof zu denken191, doch wie wir gerade bei ihren ravensburgischen Verwandten gesehen haben, schließt das eine das andere nicht aus.

 

Edelfreie Abstammung?

Unterschiedlich hat man bisher auch die Frage nach der Standeszugehörigkeit der Kugelnberger beantwortet192, da sie (ebenso die Waldenberger) zum Teil als Dienstmannen und nie eindeutig als Edelfreie in Erscheinung treten193. Vermutlich liegt ein Abstieg von der Nobilität in die Ministerialität vor, wie er sich bei Verwandten der Familie andeutet194. Zu ihnen gehören auch nach Röllbach und Bürgstadt sich benennende Adelige, von denen bereits Störmer annimmt, daß sie ursprünglich aus dem Kreis der Edelfreien stammen195. Eine Zentralfigur für diese Verwandtschaft stellt der Aschaffenburger Stiftskanoniker Warmund von 1181 dar, der einerseits Besitz in Bürgstadt hatte, andererseits Konrad von Wallstadt, in dem wir den späteren Vizedom Konrad von Waldenberg sehen, als seinen Bruder (und "mundiburdus") bezeichnet196. Deutet Warmunds Name auf den früheren Vizedom Warmunt von 1122197, so begegnet die Wohnsitzbezeichnung seines Bruders Konrad bereits 1131 bei einem "Gerardus de Walenstat" unter den edelfreien Zeugen einer Urkunde des Mainzer Erzbischofs Adalbert I.198. Die Namen der Mitzeugen - darunter der Aschaffenburger Stiftspropst, zwei Büdinger und ein Kälberauer - lassen keinen Zweifel aufkommen, daß mit "Walenstat" einer der beiden benachbarten Maintalorte gemeint ist.

 

Warum ich diesen Gerhard von Wallstadt oben außer acht gelassen habe, liegt darin begründet, daß man ihn nicht so einfach Kleinwallstadt bzw. unserer bekannten Familie von Wallstadt zuordnen kann199. Zum einen waren auch in Großwallstadt schon früh Adelige ansässig, wovon Steinsärge des 12. Jh. zeugen200, zum anderen kommt der Name Gerhard bei den Herren von Wallstadt-Waldenberg-Kugelnberg nicht vor. Bedenkt man, daß es Erzbischof Adalbert I. war, der die vorstaufische Clingenburg erwarb201, Aschaffenburg und dessen alte Burg befestigte202, das Amt des Vizedoms neu organisierte und hier mit Warmunt einen Adeligen damit betraute203, dessen seltener Name später bei den Herren von Kleinwallstadt vorkommt, wo es reichen erzstiftischen Besitz zu verwalten gab, so empfiehlt sich zwar auch Kleinwallstadt als früher Adelssitz, doch eher für erzbischöfliche Ministerialen als für eine edelfreie Familie. Hinzu kommt, daß der Name Gerhard auf verwandtschaftliche Verbindungen zu einer damals und schon früher im Maingau dominanten Grafensippe deutet, bei denen der gleiche Taufname gebräuchlich war und engere Beziehungen zum Königtum vorausgesetzt werden können204, so daß man auch von daher den Gerhard von Wallstadt eher Königswallstadt-Großwallstadt als Bischofswallstadt-Kleinwallstadt zuordnen möchte. Aus diesen Gründen sehe ich davon ab, diesen Adeligen als Vorfahren der Herren von Waldenberg-Kugelnberg in Anspruch zu nehmen, auch wenn damit deren vermutlich edelfreie Abstammung urkundlich einwandfrei nachgewiesen wäre.

 

Wie oben schon angedeutet, begegnen die standesmäßig deutlicher faßbaren jüngeren Kugelnberger durchweg als Ministeriale, auch als solche des Würzburger Bischofs. Zu letzteren zählt als "miles Herbipolensis" der 1256 verstorbene Konrad von Kugelnberg des Würzburger Familienzweiges, als dessen Wohnsitz eine "curia Culenberc"205 überliefert ist. Sein kurz vor ihm kinderlos verstorbener Namensvetter aus der Aschaffenburger Linie tritt durchweg als "miles" auf206. War er mainzischer Gefolgsmann, wie man annehmen möchte, so dürfte auch seine Burg Kugelberg, die er wohl als letzter seines Geschlechts bewohnte, in Lehensabhängigkeit vom Erzstift gelangt sein. Staufische Rechte spielten jedenfalls keine Rolle mehr, das Interregnum hatte begonnen.

 

Die Ritter von Gonsrod - Erben der Kugelnberger?

Warum wir den Mainzer Erzbischof als späteren Lehensherrn der Burg Kugelberg in Erwägung ziehen, hat noch einen anderen Grund. Mit Mainz hat nämlich eine spätere Nachricht zu tun, die den Wald "Cogelnberg" betrifft, somit sicherlich auch das Gelände der einstigen Burg. Um dieses Gebiet stritten 1407 das Kloster Schmerlenbach und die Ritter von Gonsrod207. Letztere beriefen sich auf Lehensbriefe früherer Mainzer Erzbischöfe, wonach sie den Wald als mainzisches Lehen schon lange Zeit innegehabt hätten. Die Schmerlenbacher Nonnen beanspruchten den Wald als Dotation ihres Klosters seitens des kugelnbergischen Stifters. Wenn auch der Mainzer Erzbischof den strittigen Wald letztlich dem Kloster zusprach, so kann doch die Rechtslage nicht ganz eindeutig gewesen sein, wie die (angeführten) früheren Lehensvergabungen und das späte Datum des Entscheids zu erkennen geben.

 

Für uns ist dieser Sachverhalt in zweifacher Hinsicht interessant. Zum einen macht er wahrscheinlich, daß die Burg Kugelberg, wie schon aus anderen Gründen zu vermuten war, in Mainzer Lehenshoheit geraten ist, zum anderen lernen wir mit den Rittern von Gonsrod eine Adelsfamilie kennen, die auch sonst an bemerkenswerten Orten in Erscheinung tritt. So war der zuletzt mit dem Kugelberg-Wald belehnte Heinrich von Gonsrod nicht nur, wie die Kugelnberger, in Damm begütert, sondern auch in Kleinwallstadt, dem Stammsitz der Herren von Wallstadt-Waldenberg208. Späterer Besitz der Focke (auch Hune) könnte auf die Gonsrod zurückgehen209.

 

Möglicherweise hat Heinrich von Gonsrod die fraglichen Güter mittels seiner Mutter erhalten, da diese eine geborene von Bessenbach war210. Für frühere Verbindungen der Gonsrod mit den Herren von Kugelnberg-Waldenberg spricht die Zeugenschaft eines Konrad von Gonsrod in einer 1245 beigelegten Streitsache, bei der es u. a. um Grundbesitz in Röllbach und (Groß-)Heubach ging211, an Orten also, wo Verwandte der Herren von Wallstadt ansässig waren212. Ausstellungsort der einen Urkunde von 1245 war die Burg Rannenberg, zu deren Besitzern, den Edlen von Kälberau, die Ritter von Gonsrod (der namengebende Ort Gondsroth liegt unweit von Kälberau) auch sonst Beziehungen erkennen lassen213.

 

Schicksal der Burg Kugelberg

Gleich, wer letztlich besitzrechtliche Ansprüche auf die Burg Kugelberg geltend machen konnte, sicher dürfte jedenfalls sein, daß die Burg nach dem Ableben des letzten Kugelnbergers (nach 1254) nicht einfach verfallen ist, wie man es bisher so vereinfachend formuliert hat214. Die Kugelnberger verschwinden nämlich genau in jenen Jahren, in denen sich der Konflikt zwischen Mainz und Rieneck ausweitete, die Grafen unweit von Aschaffenburg eine Veste mit dem anspruchsvollen Namen "Landesehre" errichteten, der Erzbischof die Befestigung der Stadt verstärkte und mit der Talburg "Vivarium" (heute Weiberhof östlich von Hösbach) das Aschafftal hinaufrückte215.

 

Es wird wohl niemand ernsthaft glauben, daß gerade in dieser Zeit der intensiven territorialpolitischen Auseinandersetzungen, in der Burgen gebaut, zerstört und wieder aufgebaut wurden, ausge­rechnet die so gefährlich nahe vor Aschaffenburg gelegene Burg Kugelberg keine Bedeutung mehr besessen und herrenlos verfallen sein soll. Genau das Gegenteil können wir annehmen. Gerade weil ihr Besitz zur Disposition stand, muß sie größere Beachtung ge­funden haben, auf Mainzer Seite ebenso wie bei den Grafen von Rieneck.

 

Wir wissen nicht, was genau mit der Burg Kugelberg geschehen ist, doch dürfte sicher sein, daß sie schon bald nach dem Aussterben ihrer alten Herren ein gewaltsames Schicksal durch einen der bei­den um die Herrschaft im Spessart ringenden Kontrahenten erlitten hat. Waren dies die Rienecker, worauf die Zusammenhänge Mainz - Kugelberg (-Wald) - Gonsrod - Kälberau deuten, so haben wir hier eine Parallele zur Burg Waldenberg vor uns.

 

Erscheint bei letzterer eine Zerstörung durch Mainz nur dann erwägenswert, wenn die Burg (was jedoch kaum anzunehmen ist) von den Rieneckern besetzt war, so ist eine solche Version bei der Burg Kugelberg auch dann denkbar, wenn die Grafen diese nicht in ihre Gewalt gebracht haben. Gerade die Nachbarschaft der Burg zum erzstiftischen Aschaffenburg läßt auch an die Möglichkeit denken, daß man ihr von dort aus zu Leibe rückte und sie deshalb schleifte, um diese nahe Gefahrenquelle für die Stadt ein für allemal auszuschalten. Seitens der kugelnbergischen Verwandten war bestimmt kein großer Widerstand zu erwarten, da sie damals nicht mehr im Besitz des Vizedomamtes waren216.

 

Zur gleichen Zeit haben auch die Mainzer die vor ihren Toren gelegene Burg Weisenau dem Erdboden gleichgemacht, obwohl sie längst von staufischem in erzstiftischen Lehensbesitz übergegangen war217. Wie wir gesehen haben, zeigt gerade die Geschichte dieser Sperrfestung, die den Mainzern immer ein Dorn im Auge war218, viele Gemeinsamkeiten mit der Burg Kugelberg.

 

Propst des Aschaffenburger Kollegiatstiftes war in den fraglichen Jahren Werner von Eppstein219. Spätestens als er - über die hiesigen Verhältnisse bestens informiert - 1259 den Mainzer Bischofstuhl bestieg, Aschaffenburg neu befestigen ließ und mit der Zerstörung der Burg Wildenstein den Grafen von Rieneck massiv den Kampf ansagte und ihnen das Versprechen abrang, im Spessart oder sonstwo auf mainzischem Boden keine Befestigung mehr zu errichten220, dürfte das Schicksal der Burg Kugelberg besiegelt gewesen sein. Es ist dies der gleiche Zeitraum, in dem aller Wahrscheinlichkeit nach die Burg Waldenberg in Trümmer fiel.

 

Als 1932 der in Würzburg exponierte Hauptkonservator des Landesamtes für Denkmalpflege Georg Hock die damals durch Amateurarchäologen begonnenen Ausgrabungen auf dem Kugelberg besichtigte, traf er u. a. folgende Feststellung221: "Der Zug der Ringmauer zeigt wiederholt Knickungen, der Grundriß dürfte also ein vielfach gebrochenes Polygon ergeben, ähnlich wie der Burgstall bei Kleinwallstadt."

 

Beenden wir mit diesem archäologischen Befund, der die deutlich gewordenen Zusammenhänge nochmals unterstreicht, unsere Untersuchung zur Geschichte der Spessartburgen Waldenberg und Kugelberg und ihrer Herren. Sie hat gezeigt, welch gegensätzliche Beweggründe zur Entstehung der beiden Wehranlagen führten und durch wieviel Gemeinsamkeiten sie dennoch in ihrem Schicksal verbunden waren.

 

 

Verzeichnis der abgekürzt zitierten Quellen und Literatur:

 

Abels = Björn-Uwe Abels: Die vor- und frühgeschichtlichen Geländedenkmäler Unterfrankens, 2 Bde., Kallmünz 1979 (Materialhefte zur Bayer. Vorgeschichte, Reihe B, Bd. 6).

 

Acht = Peter Acht: Mainzer Urkundenbuch, Bd. II, Teil 1 - 2, Darmstadt 1968 - 1971.

 

Amrhein = August Amrhein: Regesten zur Geschichte des Spessarts und des Archidiakonats der Propstei des ehemaligen Collegiatstiftes St. Peter und Alexander zu Aschaffenburg, in: Erzähler am Main, 1892 und 1893.

 

Amrhein, Würzburg = August Amrhein: Reihenfolge der Mitglieder des adeligen Domstiftes zu Würzburg, AU 32 (1889).

 

Aschbach = Josef Aschbach: Geschichte der Grafen von Wertheim, Bd. I und II (= Wertheimisches Urkundenbuch), Frankfurt/Main 1843.

 

AU = Archiv des Historischen Vereins für Unterfranken und Aschaffenburg.

 

Berninger = Gudrun Berninger: Geschichte der Clingenburg und ihrer Herren, in: 700 Jahre Stadt Klingenberg, Klingenberg 1976, 32 - 102.

 

Berninger, Röllbach = Gudrun Berninger: 800 Jahre Röllbach, Röllbach 1982.

 

Böhmer/Will = J. F. Böhmer/C. Will: Regesten zur Geschichte der Mainzer Erzbischöfe bis 1288, Bd. I und II, Innsbruck 1877 - 1886.

 

Brügmann = Claus Brügmann: Das älteste Nekrolog des Stifts St. Peter und Alexander zu Aschaffenburg (Veröff. d. Geschichts- und Kunstvereins Aschaffenburg 30), Aschaffenburg 1989.

 

Büll = Franziskus Lotar Büll: Quellen und Forschungen zur Geschichte der mittelalterlichen Abtei Schmerlenbach im Spessart, Bd. I und II, Würzburg 1970.

 

Büttner = Wilhelm Büttner: Geschichte des Dorfes Waldaschaff und der Pfarrei Keilberg, Aschaffenburg 1961.

 

Christ = Günter Christ: Aschaffenburg (Hist. Atlas von Bayern, Teil Franken I/17), München 1963.

 

Cramer = Claus Cramer: Landeshoheit und Wildbann im Spessart, in: Aschaffenburger Jahrbuch 1 (1952), 51 - 123.

 

Falck = Ludwig Falck: Mainz im frühen und hohen Mittelalter (Geschichte der Stadt Mainz II), Düsseldorf 1972.

 

Feineis = Dieter Michael Feineis: Überblick über die Geschichte der Herrschaft Klingenberg bis zum Beginn des 16. Jahrhunderts, in: Würzburger Diözesangeschichtsblätter 54 (1992), 153 - 176.

 

Fischer = Roman Fischer: Aschaffenburg im Mittelalter. Studien zur Geschichte der Stadt von den Anfängen bis zum Beginn der Neuzeit (Veröff. d. Geschichts- und Kunstvereins Aschaffenburg 32), Aschaffenburg 1989.

 

Fischer I = Roman Fischer: Das Untermaingebiet und Aschaffenburg im frühen und hohen Mittelalter, in: P. Kolb/ E.-G. Krenig (Hgg.), Unterfränkische Geschichte, Bd. 1, Würzburg 1989, 255 - 293.

 

Fischer-Pache = Wiltrud Fischer-Pache: Wirtschafts- und Besitzgeschichte des ehemaligen Kollegiatstifts St. Peter und Alexander zu Aschaffenburg bis zum Ausgang des 14. Jahrhunderts (Veröff. d. Geschichts- und Kunstvereins Aschaffenburg 35), Aschaffenburg 1993.

 

Göbel = Michael Göbel: Aschaffenburger Vicedome, in: Aschaffenburger Geschichtsblätter 27 (1935), 9 - 11.

 

Griebel = Emil Griebel: Chronik des Marktes Mömbris, Mömbris 1982.

 

Grimm II = Alois Grimm: Aschaffenburger Häuserbuch II (Veröff. d. Geschichts- und Kunstvereins 34), Aschaffenburg 1991.

 

Gudenus = V. F. de Gudenus: Codex diplomaticus anecdotorum ..., Bd. I - V, Frankfurt/Leipzig 1743 - 1768.

 

Hartmann = Wolfgang Hartmann: Die Zerstörung der Burg Frankenberg bei Amorbach durch Kaiser Friedrich Barbarossa, in: Mainfränkisches Jahrbuch 45 (1993), 76 - 91.

 

Herde = Peter Herde: Das staufische Zeitalter, in: Unterfränkische Geschichte, Bd. 1, Würzburg 1989, 333 - 366.

 

Kilian = Heinrich Kilian: Kleinwallstadt und seine ehemaligen Filialen, Würzburg 1931.

 

Kittel = Martin Balduin Kittel: Die Letzten der Edlen von Kugelnberg bei Aschaffenburg, in: AU 13/3 (1855), 92 - 115.

 

Kittel, Gonsrod = Josef Kittel: Geschichte der Herren von Gonsrod (Handschrift im Stadt- und Stiftsarchiv Aschaffenburg Nr. 59396), 1897.

 

Kittel, Himmeltal = Josef Kittel: Das Cisterzienserkloster Himmeltal, in: AU 47 (1905), 211 - 296.

 

Klein = Albert Klein: Studien zur Territorienbildung am unteren Main. Grundlagen und Anfänge des Mainzer Besitzes im Spessart, Würzburg 1938.

 

Kleinwallstadt = Marktgemeinde Kleinwallstadt (Hg.): Liebes altes Dorf, Kleinwallstadt 1983.

 

Kofler = Friedrich Kofler: Untersuchungen über Ringwälle im Spessart, in: AU 27 (1884), 306 - 312.

 

Krimm = Stefan Krimm: Die mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Glashütten im Spessart (Veröff. d. Geschichts- und Kunstvereins Aschaffenburg 18), Aschaffenburg 1982.

 

Liebeherr = Irmtraud Liebeherr: Der Besitz des Mainzer Domkapitels im Spätmittelalter, Mainz 1971.

 

Martin = Wolfgang Martin: Zum Umkreis hochmittelalterlicher Adelsgeschlechter im und am Odenwald, in: Beiträge zur Erforschung des Odenwaldes und seiner Randlandschaften IV, Breuberg 1986.

 

Nickles = Heribert Nickles: Herrschaft, Gericht und Genossenschaft in der ehemaligen Zent zur Eich (Phil. Diss. München), 1970.

 

Reich = Konstantin Reich: 900 Jahre Laufach, Aschaffenburg 1984.

 

Reimann = Johanna Reimann: Die Ministerialen des Hochstifts Würzburg in sozial-, rechts- und verfassungsgeschichtlicher Sicht, in: Mainfränkisches Jahrbuch 16 (1964), 1 - 266.

 

Richter = Karl Richter: Gemünden (Hist. Atlas von Bayern, Teil Franken I/11), München 1963.

 

Rückert = Peter Rückert: Ravensburg und Falkenberg. Die Geschichte zweier Burgen in der Stauferzeit, hg. v. d. Flurbereinigungsdirektion Würzburg 1992.

 

Ruf = Theodor Ruf: Die Grafen von Rieneck, Bd. I und II (Mainfränkische Studien 32), Würzburg 1984.

 

Schäfer = M. Schäfer: Die Edelherren von Krombach-Kälberau-Rannenberg, in: Unser Kahlgrund 1960, 36 - 39.

 

Schenk = Gustav Frh. Schenk zu Schweinsberg: Die Burgen Ronneburg und Rannenberg und ihre Besitzer, in: Mitteil. d. Hanauer Bezirksvereins f. hess. Gesch. und Landeskunde V (1876), 24 - 44, VI (1880), 32 f.

 

Schlicht = Eva Marie Schlicht: Die Marktgemeinde Elsenfeld, Elsenfeld 1990.

 

Spies = Hans-Bernd Spies: Aschaffenburgs Aufstieg zur mainzischen Nebenresidenz im 13. Jahrhundert, in: Aschaffenburger Jahrbuch 11/12 (1988), 425 - 436.

 

Stimming = Manfred Stimming: Mainzer Urkundenbuch, Bd. I, Darmstadt 1932.

 

Störmer = Wilhelm Störmer: Miltenberg (Hist. Atlas von Bayern, Teil Franken I/25), München 1979.

 

Störmer, Adel = Wilhelm Störmer: Grundzüge des Adels im hochmittelalterlichen Franken, in: Monografien zur Geschichte des Mittelalters 37, Stuttgart 1993, 245 - 264.

 

Störmer, Mainviereck = Wilhelm Störmer: Staufische Reichslandpolitik und hochadelige Herrschaftsbildung im Mainviereck, in: Festschrift Friedrich Hausmann, Graz 1977, 505 - 529.

 

Thiel = Matthias Thiel: Urkundenbuch des Stifts St. Peter und Alexander zu Aschaffenburg, Bd. I: 861 - 1325 (Veröff. d. Geschichts- und Kunstvereins Aschaffenburg 26), Aschaffenburg 1986.

 

Trost = Werner Trost: Die gleichnamigen Uferorte beiderseits des Mains, in: Mainfränkisches Jahrbuch 21 (1969), 1 - 161.

 

Vogt = Ernst Vogt: Regesten der Erzbischöfe von Mainz (1289 - 1328), Leipzig 1913.

 

Wackerfuß = Winfried Wackerfuß: Die Herren von Lützelbach, in: 825 Jahre Lützelbach, Lützelbach 1988, 25 - 40.

 

Wagner = Paul Wagner: Die eppsteinischen Lehensverzeichnisse und Zinsregister des 13. Jahrhunderts (Veröff. d. Hist. Komm. f. Nassau VIII), Wiesbaden/München 1927.

 

Wann = Wolfgang Wann: Erlenbach am Main im Spiegel der alten und neuen Zeitgeschichte, Erlenbach 1958.

 

Weigel = Helmut Weigel: Vom frühmittelalterlichen Vorspessart, in: Aschaffenburger Jahrbuch 2 (1955), 15 - 60.

 

Wendehorst = Alfred Wendehorst: Das Bistum Würzburg, Teil 1, Die Bischofsreihe bis 1254 (Germania Sacra
NF 1), Berlin 1962.

 

Wohlfahrt = Ignaz M. Wohlfahrt: Goldbach, Goldbach 1950.

 

Wohner = Roland Wohner: Obernburg (Hist. Atlas von Bayern, Teil Franken I/17), München 1968.

 

Wolfert = Alfred F. Wolfert: Aschaffenburger Wappenbuch (Veröff. d. Geschichts- und Kunstvereins Aschaffenburg 20), Aschaffenburg 1983.

 

Wolfert I = Alfred F. Wolfert: Die Wappen der edelfreien Familien des Odenwald-Spessart-Raumes in der Stauferzeit, in: Breuberg-Bund Sonderveröffentlichung I, Breuberg 1972, 77 - 169.

 

Wolfert II = Alfred F. Wolfert: Wappengruppen des Adels im Odenwald-Spessart-Raum, in: Beiträge zur Geschichte des Odenwaldes und seiner Randlandschaften II, Breuberg 1977, 325 - 406.

 

Anmerkungen:

  1 Kilian im Vorwort (o. S.)

  2 Ebd.

  3 Bei Abels 136 findet sich folgende Beschreibung der Wehranlage: „Der Burgstall liegt auf dem höchsten Punkt eines nach W gerichteten Bergsporns, der durch ein von N nach S verlaufendes Bachtal und zwei von O nach W verlaufende Schluchten gebildet wird. Vom Burgstall fällt das Gelände nach N, W und S steil ab. Im O erhebt er sich um 1 m über den Sporn. Diese Seite ist an der Böschungsoberkante durch einen 2 m hohen und 3 m breiten Wall geschützt, an dessen Innenseite das Mauerwerk teilweise noch erhalten ist. Im N und S erhebt sich der Burgstall um etwa 5 m über einer 6 m breiten Terrasse, die im W fehlt. Der Durchmesser der runden Anlage beträgt 46 m. 90 m weiter Ö versperrt ein von N nach S verlaufender 3 m breiter, 1 m hoher Wall den gefährdeten Zugang zum Burgstall. Ihm ist ein 10 m breiter, 3,5 m tiefer Graben vorgelagert. Im letzten Jahrhundert unternahm E. v. Haxthausen hier eine Grabung. Die hochmittelalterlichen Funde gelangten in die Pstslg. München.“ Letztere Angabe ist nach Auskunft der Prähistorischen Staatssammlung (Brief vom 22.09.1993 Nr. 2684) nicht zutreffend. Zu den Baulichkeiten der Burg siehe auch Anm. 20 und 221. Die bei Abels (als Beilage 30) abgedruckte topografische Aufnahme ist insofern unkorrekt, als die Höhenangaben dort jeweils um 100 m zu hoch angegeben sind.

  4 Kilian 39 f., 48 f., 87.

  5 Staatsarchiv Würzburg, Mainzer Bücher verschiedenen Inhalts, Bd. 118, fol. 359 f. (Heiratsverbindung Focke-Hune um 1500); Kilian 50 f. (Besitz der Hune 1434 in Kleinwallstadt). Da der Besitz der Hune dort von den Gonsrod herrühren dürfte (vgl. Kittel, Gonsrod 52, 56) und letztere zu den Erben der Herren von Kugelnberg-Waldenberg-Wallstadt gehören (siehe bei Anm. 209 ff.), kann über diese Familien auch ein Besitzweg Waldenberg-Focke verlaufen. 1480 haben sich die Focke noch nicht nach Wallstadt benannt, wie Kilian 40 angibt. In der betreffenden Urkunde erscheint Hans Vock ohne Zubenennung: Stiftsarchiv Aschaffenburg, Thiel´sche Regesten (zu 1480).

  6 Vgl. Kilian 41 ff.; zu den Herren von Waldenberg siehe unten.

  7 Kilian 47 f. Für Kilians Angabe, bei diesem Verkauf sei der Wald, wo die (angebliche) Stammburg der Focke gestanden habe, ausgenommen gewesen, konnte ich keinen Beleg finden. Diese Aussage entspringt offensichtlich Kilians Bestreben, die Burgruine „Altes Schloß“ mit den Focke in Verbindung zu bringen. Kilians Ausführungen ist auch sonst mit großer Vorsicht zu begegnen.

  8 A. F. Wolfert, Stammtafel der Focke von Wallstadt (unveröffentlichtes Manuskript). Die Heiratsverbindung Fock-Reiprecht ist anhand der Wappen auf dem Epitaph der Schmerlenbacher Äbtissin Maria Magdalena Fock von Wallstadt erschließbar: Wolfert 211 f.

  9 Sind bei einem Gans durch den geräumigen Hof leicht zu entdecken. Vgl. hierzu Kilian 170.

 10 Kilian 58 f.

 11 W. Hartmann, Ein Renaissanceportal ..., in: Main-Echo vom 09.05.1993, 21. Vgl. auch Wolfert 218. Ob die Niederadeligen von Berninger überhaupt etwas mit diesem Anwesen zu tun haben, ob also der Name „Berningerhof“ hier gerechtfertigt ist, müßte überprüft werden. Ansässig dürften sie jedoch in Kleinwallstadt gewesen sein: vgl. Kilian 59 - 61.

 12 Vgl. zu diesem von A. F. Wolfert identifizierten Wappen: W. Hartmann, Steinerner Zeuge vergangener Zeit, in: Main-Echo vom 28.12.1993, 18.

 13 Evtl. ist die letzte Ziffer auch als „9“ zu deuten.

 14 Kilians Chronik enthält hierüber keine Angaben.

 15 Kleinwallstadt 90. Dem Bayer. Landesamt für Denkmalpflege, Außenstelle Würzburg, ist von einem solchen Fund nichts bekannt (Schreiben vom 10.09.1993). Auch eine diesbezügliche Fragestellung in der örtlichen Presse (siehe Anm. 12) ergab keinen Hinweis. Bei einem Vortrag, den ich am 07.11.96 in Kleinwallstadt über die Burg Waldenberg hielt, konnte sich eine Teilnehmerin daran erinnern, daß der Wappenstein bei Abbrucharbeiten im Bereich des Pfarrhauses zum Vorschein gekommen ist.

 16 Ebd.

 17 M. Schäfer, Die Geipel von Schöllkrippen, in: Kahlgrund 1960, 40 f. Vgl. auch Kittel, Himmelthal 228 sowie Wolfert 69. 1531 siegelt Ludwig Geipel eine Kleinwallstadt betreffende Urkunde: M. B. Kittel, Die Bauornamente aller Jahrhunderte an Gebäuden der kgl. Stadt Aschaffenburg, Aschaffenburg 1843 ff; Lieferung XII, 79 f.

 18 Im Farbdruck wiedergegeben bei F. Schnelbögel, Eine Spessartkarte von 1594, in: Aschaffenburger Jahrbuch 4/2 (1957), 653 - 660, dies 656/657.

 19 Zu den beiden Wehranlagen vgl. Berninger 36.

 20 A. von Herrlein, Sagen des Spessarts, Aschaffenburg 1906, S. 256 - 258. Daß der Kern dieser Überlieferung durchaus glaubwürdig ist, verdeutlichen beispielsweise die Belege für Räuberaufenthalte auf Burg Wildenberg (W. Wackerfuß, Eine Räuberhöhle auf Burg Wildenberg, in: Der Odenwald, 1993, Heft 4, 164 f.) und der Wasserburg am Neustädter Hof (darüber demnächst W. Hartmann). Einer solchen Funktion der dafür günstig gelegenen Burg-Ruine Waldenberg wird man die Scherben von gewöhnlicher Gebrauchskeramik des späten Mittelalters zuschreiben dürfen, die das Bayer. Landesamt für Denkmalpflege, Außenstelle Würzburg, nach der Einstellung einer ungenehmigten Grabung von 1991 auf dem Burgareal sicherstellen konnte. Als Beweis dafür, daß die Burg Waldenberg im Spätmittelalter noch bzw. wieder als Herrschaftssitz genutzt wurde, sind diese Lesefunde unzureichend. Übrigens hat man bereits 1893 bei Grabungen unter Bahnmeister Haseidl ein großes Kellergewölbe entdeckt (Kleinwallstadt 91), die Burgruine bot also noch Unterschlupfmöglichkeiten. Von einem tiefen Brunnen, der bei Kilians Nachgrabungen entdeckt worden sein soll (ebd. 90), berichtet bereits Herrlein (a.a.O.). Zu weiteren archäologischen Befunden siehe Anm. 3 und 221.

 21 Kleinwallstadt 91 bietet eine Farbfotografie des Gemäldes.

 22 Schenk 29 f. Daß mit „Waleberc“ die Burg Waldenberg bei Kleinwallstadt gemeint ist, daran lassen die nachfolgend deutlicher werdenden Zusammenhänge (u. a. mit Niedernberg am gegenüberliegenden Mainufer) keinen Zweifel aufkommen. Vgl. auch die unter Anm. 23 zitierte Literatur.

 23 Dieser Lokalisierung bzw. der Gleichsetzung Waldenberg - Waleberc schließen sich an: Wagner 71; Klein 80 f; Cramer 88; Trost 126; Acht 878 Anm. 7 zu Nr. 531 (vgl. hierzu Anm. 26); Wohner 47; Nickles 10,93; Wolfert 136; Fischer 58. Thiel 780 (Register) weiß mit Waldenberg nichts anzufangen, während er die Burg Waleberc mit der Burgruine Wallburg bei Eltmann im Landkreis Haßberge identifiziert. Auch Fischer-Pache 76 ist die Burg Waldenberg nicht bekannt.

 24 Siehe Anm. 29.

 25 Siehe unten im Text.

 26 Bisher: Bayer. Hauptstaatsarchiv München, Mainzer Urkunden 3209; jetzt Staatsarchiv Würzburg, Mainzer Domkapitel, Urkunden (noch ohne Nr.); Gudenus I 926 f. Der die Besitzgeschichte der Burg Waldenberg betreffende Sachverhalt ist nicht ganz eindeutig, doch dürfte er in diesem Sinne zu interpretieren sein. Unzutreffend bzw. nur teilweise richtig sind die Interpretationen von Acht (wie Anm. 23) und Amrhein Nr. 66. Herrn Archivoberrat W. Wagenhöfer (Staatsarchiv Würzburg) danke ich für zweckdienliche Auskunft. Zur Möglichkeit einer genealogischen Verbindung Kälberau-Waldenberg siehe Anm. 48.

 27 Siehe Anm. 59.

 28 Siehe bei Anm. 29, 36, 48, 67 ff., 123, 180. Offen bleibt allerdings die Möglichkeit, daß es sich bei den als Waldenberg-Nachkommen ins Auge gefaßten Adeligen bereits um entfertere bzw. cognatische Verwandte handelt.

 29 Gudenus I 509. Vgl. auch Schenk 30; Klein 80 f.; Nickles 93. Siehe auch Anm. 69. Für ein Weiterbestehen der Familie der Waldenberger spricht auch der Umstand, daß Mainz die Burg (zurück-)erworben hat.

 30 Wagner 31 f., 35, 87 (Nr. 81), 88 (Nr. 85), 171 f. Vgl. auch Fischer-Pache 75 f.

 31 Wagner 31 f., 71 f. (Nr. 129), 86 (Nr. 174-176), 171 f.

 32 Ebd. 71 f (Nr. 129), 86 (Nr. 175).

 33 Ebd. 148.

 34 Siehe Anm. 56.

 35 Zu ihm siehe bei Anm. 62.

 36 Von einem Verlust dieses Amtes ist deshalb zu sprechen, weil es zuvor über Jahrzehnte hinweg von Angehörigen ihrer Familie wahrgenommen wurde (siehe unten), 1222 aber Konrad von Bessenbach als Vizedom belegt ist (Amrhein Nr. 60; vgl. auch Brügmann 61), der allerdings mit den Waldenbergern verwandt war (siehe unten).  Den meisten in der Literatur zu findenden Angaben zu frühen Aschaffenburger Vizedomen ist mit Vorsicht zu begegnen, da sie z. T. genealogische Zuordnungen vornehmen, die urkundlich nicht gesichert sind. So wird z. B. der Vizedom Heinrich von 1225 als Waldenberger bezeichnet (Göbel 9; Wolfert 137; Brügmann 61), obwohl bereits 1226 ein Heinrich von Rüdigheim als Vizedom belegt ist (Böhmer/Will I Nr. 519). Kittel 101 wagt sogar die These, letzterer sei ein Waldenberger, der vom Erzbischof ein neues Lehen in Rüdigheim erhalten habe (siehe hierzu auch Anm. 107). Zeitlich würde sich dies zwar in etwa mit dem Erwerb der Burg Waldenberg durch Mainz decken, doch hat die mit Rüdigheim befaßte Geschichtsschreibung bisher übersehen, daß bei Aschbach II 16 bereits für 1180 ein Kraft von Rüdigheim belegt ist. Der Vizedom Heinrich dürfte somit ein Nachkomme des Kraft gewesen sein. Da Kraft Lehen von einem Gernot von Röllbach besaß und letzterer ebenso wie wohl auch Gernots Lehensherr Megenlaus von Aschaffenburg (zu ihm siehe Fischer 367) zur engeren Verwandtschaft der Herren von Wallstadt und damit der Waldenberger gehörte (siehe unten), darf bestimmt auch der Vizedom Heinrich von Rüdigheim, ebenso wie sein Amtsvorgänger Konrad von Bessenbach, zum Verwandtschaftskreis der Waldenberger gezählt werden. Hinzu kommt, daß die Herren von Kugelnberg, die eines Stammes mit den Waldenbergern waren (siehe unten), in Ravolzhausen bei Rüdigheim begütert waren: Büll I Nr. 6. Unklar ist, warum der 1227 auch als Vizedom eingesetzte Friedrich von Kälberau (siehe Anm. 26) später nicht in diesem Amt erscheint, sondern Heinrich von Rüdigheim. War letzterer ein Stellvertreter des auch als Mainzer Kämmerer tätigen Kälberauers?

 37 Letzteres könnte auch durch den söhnelosen Tod eines Waldenbergers bedingt gewesen sein. Vgl. hierzu Anm. 28 und 180.

 38 Zu diesen Vorgängen im Mainzer Erzstift vgl. Falck 173 f. Zum engen Verhältnis der Waldenberger Verwandten (Kugelnberger) zu den Staufern und den ihnen nahestehenden Grafen von Rieneck siehe unten.

 39 Da die Waldenberger den Stiftsbesitz wieder (als Afterlehen) erhielten, ist eher an letzteres zu denken, was nicht ausschließt, daß sie aus Mainzer bzw. Aschaffenburger Sicht als politisch unzuverlässig galten (vgl. Anm. 38) und auf diese Weise - durch die Eppsteiner - einer stärkeren Mainzer Kontrolle unterstellt wurden. Zu den Eppsteinern vgl. Falck 174 f.; zur ständischen Qualität der Waldenberger siehe unten. Falls die aus Hainhausen stammenden Eppsteiner von Mainz mit der Burg Eppstein deshalb belehnt worden sind, damit sie im Vordertaunus dem Ausdehnungsbestreben der staufischen Kaiser entgegenwirken, so wäre hier eine Parallele zur Entstehung der Burg Waldenberg (siehe unten) gegeben.

 40 Ruf I 130, II 113 ff.

 41 Ruf I 353, 273, 281; zu (möglicherweise jüngeren) Centgerichtsrechten der Grafen in diesem Raum (Cent zur Eich) siehe Ruf II 163 ff. und Nickles 84 ff.

 42 Ruf I 133, II 138 f.

 43 Vgl. Ruf I 152 ff.

 44 Gudenus I 674; Ruf I 152.

 45 Schenk 35; Schäfer 36 ff.

 46 Ruf I 154.

 47 Vgl. Schenk 34.

 48 Die Wahrscheinlichkeit eines solchen Zusammenhangs erhöht sich, wenn - wie gut möglich erscheint - verwandtschaftliche Verbindungen zwischen Friedrich von Kälberau und den Waldenbergern bestanden.

 49 Ruf I 156 ff.

 50 Schenk 32, 40.

 51 Ruf I 152, 158. Der erste nach Sommerau, der mainzischen Gegenposition zum rieneckischen Eschau, sich benennende Adelige war 1277 der Aschaffenburger Vizedom Gernod (Fischer 372 f.). Nach Mönchberg, wo ebenfalls eine vermutlich mainzische Burg stand (siehe Anm 52), nennt sich Mitte des 12. Jh. ein Wichnand, der Beziehungen zu den Herren von Lützelbach/Breuberg erkennen läßt (Wackerfuß 30 ff.; W. Hartmann, Nach den Resten des Herrensitzes in Mönchberg sucht man heute vergebens, in: Main-Echo vom 25.01.1989) und den gleichen Namen trägt wie ein Aschaffenburger Vizedom von 1144 (Fischer 47, 366). Auch diese Fakten unterstreichen die Bedeutung der Aschaffenburger Vizedome für die mainzische Burgenpolitik im Spessart. Siehe auch Anm. 36 und 52.

 52 Noch näher zu diesem Raum lagen die Burg Mönchberg, die nach Wohner 47 (wie des öfteren ohne Quellenangabe) schon 1218 erwähnt sein soll, sowie das Schloß Sommerau. Während letzteres erst nach 1260 entstanden sein könnte, ist aufgrund der späteren Besitzverhältnisse der Mönchberger Burg (vgl. H. Weber, Mönchberg im Spessart, 1967, 36 ff.) nicht sicher, ob die Burg damals uneingeschränkt bzw. überhaupt schon Mainz unterstand.

 53 Trost 121 f., 124, 127. Zu Mainzer Besitz in Kleinwallstadt siehe auch Kilian 56, 66 ff. und Liebeherr 145; Besitz des von Mainz abhängigen Aschaffenburger Stifts ist bei Fischer-Pache 242 ff. aufgeführt. Die Angaben von Wohner zu Mainzer Rechten in Kleinwallstadt sind teilweise unbelegt.

 54 Ruf II 154 ff.

 55 Siehe Anm. 32.

 56 Büll I Nr. 1, II 820 ff.; Wagner 32. Siehe auch Anm. 36.

 57 Büll I Nr. 2

 58 Amrhein Nr. 50; Thiel 137 Anm. 2. Burkhard hatte Besitz in Obernau bei Kleinwallstadt: Fischer-Pache 292.

 59 Thiel Nr. 46; siehe hierzu Anm. 23 und bei Anm. 164.

 60 Siehe Anm. 26. Vgl. auch Acht (wie Anm. 23).

 61 Acht (wie Anm. 23); Brügmann 62 f.

 62 Acht Nr. 191 und wie Anm. 23; Thiel Nr. 22 a.

 63 Vgl. hierzu Fischer 149 ff. sowie Anm. 36, 51, 107 und 148 ff.

 64 Fischer 149 f., 366.

 65 Thiel Nr. 26 (und Register); Wolfert II 352 f. (mit falschem Datum 1189). Siehe auch bei Anm. 128 ff.

 66 Das ergibt sich aus den hier angeschnittenen Zusammenhängen und den Umständen, unter denen weitere Träger dieses Namens auftreten (siehe unten). Da Großwallstadt und Kleinwallstadt benachbart sind, ist eine Unterscheidung zwischen beiden Orten für uns nicht zwingend. Vgl. zu dieser Frage auch Trost 117 - 129.

 67 Fischer-Pache 306.

 68 Wagner Nr. 127, 228. Unzutreffende Schlußfolgerungen zieht hieraus Schlicht 80, da sie fälschlicherweise die Obernburg betreffende Verkaufsurkunde von 1300 (vgl. Anm. 87) mit Elsenfeld anstatt mit dem benachbarten Mainhausen (vgl. hierzu Anm. 91) in Verbindung bringt.

 69 Thiel Nr. 148, 229 f., 234; Fischer 232; Grimm II 45; siehe auch Anm. 70. Vielleicht war eine 1323 in Niedernberg und Aschaffenburg (Haus „Landecken“) begüterte Wyele (Vogt Nr. 2429; vgl. auch Büll I Nr. 212) eine Tochter von Berthold und Wiela, zumal der Zehnt von Niedernberg mit der Burg Waldenberg gekoppelt war (siehe bei Anm. 29) und im gleichen Ort auch Verwandte der Herren von Wallstadt-Waldenberg Besitz hatten, darunter die Ritter von Gonsrod, von Wasen, von Bessenbach (und deren Erben, die Herren von Hettersdorf). Auf diese Verwandten kommen wir noch zu sprechen; zu ihren Niedernberger Rechten siehe A. Wagner, Niedernberg - Geschichte und Gegenwart einer Gemeinde am bayerischen Untermain, Niedernberg 1994, 154 ff.

 70 Grimm II 46 denkt an eine Identität des Stäblerhauses mit dem Steinhaus der Herren von Wallstadt von 1315 (siehe bei Anm. 69), doch ist dies unwahrscheinlich, da ersteres nach dem für 1267 belegten Stiftskanoniker Friedrich von Bienbach benannt war und 1320 dem Aschaffenburger Stift gehörte. Eher ist das 1181 genannte Steinhaus ins Auge zu fassen. Zum Stäblerhaus vgl. auch Fischer 50 f.

 71 Thiel Nr. 26, Grimm 45.

 72 Vgl. Fischer 232.

 73 Thiel Nr. 229; Trost 123, 127.

 74 Staatsarchiv Würzburg, Mainzer Urkunden Weltlicher Schrank L 28. Siehe auch bei Anm. 160.

 75 Fischer 232, 381. Zum Todesdatum des Aschaffenburger Schultheißen siehe Thiel, Anm. zu Nr. 228 und 230.

 76 Zu den beiden Herbergsorten und den sie berührenden Altstraßen siehe Weigel 57 f.

 77 Ruf I 281.

 78 Ruf I 237; Wohner 53.

 79 Ruf I 128, 133.

 80 Vermutlich ging es damals um burggräflich-mainzischen Besitz, den die Rienecker im Raum Mainz entfremdet hatten, im Spessart vielleicht um die Burg Partenstein: vgl. Ruf ebd.

 81 Ruf I 133. Cramer 88 f. sieht in der Burg Wildenstein eine rieneckische Reaktion auf die Burg Waldenberg.

 82 Eine solche können die bei Anm. 76 f. angeführten Gründe vermuten lassen.

 83 Dies ist anhand der topografischen Gegebenheiten (vgl. Anm. 3 und das Meßtischblatt Nr. 6121 des Bayer. Landesvermessungsamtes München) noch deutlich zu erkennen. Der Blick von der Burg war auf das Maintal mit Elsenfeld-Mainhausen-Obernburg gerichtet, die Sicht auf Kleinwallstadt duch den Plattenberg eingeschränkt.

 84 Falck 155 ff.; dort weitere Literaturhinweise.

 85 Störmer, Mainviereck 512; Nickles 23 ff.; Ruf II 103; Fischer 56 f.

 86 Störmer, Mainviereck 513 f.; Nickles 66 ff.; Berninger 36 ff.; Feineis 155 f.

 87 Die bei Nickles 64 als Besitzvorgänger der Schenken angeführten Reichsministerialen von Hagen-Münzenberg sind als frühere Inhaber der Obernburger Vogtei urkundlich nicht gesichert. Dieses Lehen des Aschaffenburger Stifts könnte sich schon längere Zeit im Besitz der Schenken von Klingenberg/Prozelten befunden haben, zumal der in der Obernburger Verkaufsurkunde von 1300 vertretene Gottfried von Schlüsselberg (Thiel 358) zu den wertheimischen Erben der Schenkenburg Prozelten gehört. Siehe auch Anm. 68 und 91.

 88 Falck 157 ff.

 89 Krimm 136 f. Siehe auch Fischer I 238 f. und Fischer-Pache 63 ff. Vgl. hierzu auch Anm. 39.

 90 Zu Erlenbach siehe Wann 28 ff.

 91 Zur Geschichte der Wüstung Mainhausen gegenüber von Obernburg vgl. Wann 216 ff.

 92 Trost 124 f.; Störmer, Mainviereck 513.

 93 Siehe Anm. 3 und 83. Auf dem am Rand des Maintales liegenden Plattenberg wäre ein Burgbau nur mit einem ungleich größeren Aufwand möglich gewesen. Zur Lage der alten Clingenburg siehe Berninger 34 ff.

 94 Wann 95. Zur Frage, wie die ortsfernen Kesselberger zu diesem Patronatsrecht gekommen sein könnten, siehe bei Anm. 166 und 176.

 95 Ruf I 266; Störmer 80 f.

 96 Vgl. hierzu Störmer 79 ff.; Hartmann 82 ff.

 97 Fischer 56.

 98 Ruf II 113 ff.; Störmer, Mainviereck 517.

 99 Krimm 131 - 137. Vgl. auch Störmer, Mainviereck 571; Ruf II 114 f.; Fischer 56 f.

100 Acht Nr. 531; Übersetzung nach Fischer 57 f.

101 Siehe bei Anm. 26.

102 Schenk 29 f.

103 Klein 80 f.; Fischer 58 verweist wenigstens darauf, daß diese Lokalisierung nicht sicher ist. Siehe auch bei Anm. 141.

104 Acht 878, Anm. 6 und 7 zu Urk. Nr. 531.

105 Schenk 30.

106 Büll I Nr. 1 und 2.

107 Kittel 94, 100 f. Kittel versuchte, seine These durch die Behauptung zu verstärken, Heinrich sei Vizedom gewesen (zu dieser These siehe Anm. 36) und habe auch aufgrund dieser Stellung als Familienoberhaupt fungiert.

108 Büll II 822 bezeichnet die Waldenberger als Nebenlinie der Kugelnberger. Brügmann 62 zählt beide Familien zu einer Sippe. Siehe auch Anm. 109.

109 Weder Büll noch Brügmann (siehe Anm. 108) haben die Wahrscheinlichkeit eines agnatischen Zusammenhangs näher begründet.

110 Zu den Kugelnbergern siehe Kittel 98 (Stammtafel) sowie unten die Anm. 144 und 166.

111 Ebd.

112 Zusammenfassend; Büll II 229.

113 Siehe bei Anm. 30. Daß nur für die Kugelnberger, nicht aber für die Waldenberger Allodialbesitz belegt ist, liegt in der Überlieferung der kugelnbergischen Klosterstiftung Schmerlenbach begründet.

114 Büll I Nr. 11; zu den Waldenberger Rechten dort siehe Anm. 32.

115 Kittel 102; Wolfert I 98 schließt sich Kittel an. Die Schlußfolgerungen, die Wohlfahrt 221 an die Nennung einer „alten burge“ in einem „Weisthum zu Golzbach“ von 1384 knüpft, sind hinfällig, da das Weistum nicht Goldbach, sondern Sulzbach am Main betrifft, wie bereits Ruf I 353 bemerkt hat. Die übrigen Ausführungen Wohlfahrts zu den Herren von Kugelnberg sind weitgehend mit denen Kittels identisch.

116 J. Heeg, Erste schriftliche Zeugnisse, in: Hösbach, Geschichte und Gegenwart eines Dorfes vor dem Spessart, Hösbach 1983, 25 - 34, dies 25, 33 f. Eine Ablichtung der Urkunde - ohne trennenden Punkt - ist auf Seite 24 zu finden.

117 Acht Nr. 517; Thiel Nr. 33. Hermann hieß auch ein Aschaffenburger Vizedom von 1236: Fischer 61, 368. Zu den Herren von Bessenbach vgl. auch Büttner 32 ff.

118 Amrhein Nr. 60; Thiel 22. Siehe auch Anm. 36.

119 Vgl. Anm. 35, 117.

120 Wolfert II 352 f.

121 So schon Wolfert II 353.

122 Vgl. Wolfert I 97 f.

123 Sollten die Kugelnberger trotz aller Indizien doch keine agnatischen Angehörigen der Doppelstorch-Wappengruppe sein, so stünde dies keineswegs im Widerspruch zum Kern der hier vertretenen These einer Identität der von Erzbischof Konrad von Wittelsbach erwähnten Burg bei Aschaffenburg mit der Burg Kugelberg und der engen Verwandtschaft ihrer Erbauer mit den Herren von Waldenberg, von denen leider kein Wappen überliefert ist. In diesem Falle wäre zwischen letzteren und den Herren von Wallstadt zu differenzieren, wobei die Möglichkeit offen bleibt, daß der mit dem Doppelstorch-Wappen auftretende Berthold von Wallstadt kein direkter Nachkomme der früheren Herren von Wallstadt ist, bei denen der Vorname Berthold nicht vorkommt.

124 Wolfert II 351 - 354. Zur Lage der Stammburg der Herren von Wasen siehe Fischer 230.

125 Wolfert II 353.

126 Fischer-Pache 191, 222.

127 Vgl. Thiel (Register); Fischer 230 ff. (Wasen).

128 Thiel Nr. 26 mit Vorbemerkung. Vgl. auch Fischer 368 ff.; Wolfert (wie Anm. 124); Berninger, Röllbach 17 ff.; Reich 53.

129 Wolfert II 354 f.; Berninger, Röllbach 17, 25.

130 Siehe Anm. 65.

131 Christ 23 f. Vgl. auch Büttner 32 ff.

132 Siehe Anm. 117.

133 Fischer-Pache 76 hält es für überprüfenswert, ob die Burg Waldenberg, deren Lage sie nicht kennt, mit der Burg Kugelberg identisch ist. Kofler 309 f. bringt den Burgstall auf dem „Schloßknöchel“ bei Haibach mit der von Erzbischof Konrad erwähnten Burg in Verbindung. Diese Anlage liegt zwar auch unweit von Aschaffenburg, doch fehlen Anhaltspunkte für eine Stoßrichtung auf die Stadt und für Beziehungen zu Vizedom Konrad. Vgl. auch Christ 24 sowie Anm. 134.

134 Über die Burganlage schreibt Abels 62: „Der Turmhügel liegt auf dem Kugelberg, der ein nach NW vorgeschobener Ausläufer der Hochfläche ist. Das Gelände fällt nach N und W steil in die Täler der Aschaff und des Röder-Baches ab. Der Turmhügel hat einen Durchmesser von 20 m. Im S und W fällt sein Hang etwa 5 m steil ab und geht in einen 6 m breiten seichten Graben über. Im O ist der Turmhügel durch eine Senke vom Höhenzug getrennt. Die Anlage wurde im 12. Jh. errichtet und war im 14. Jh. bereits Ruine.“ Über eine topografische Aufnahme von 1981 verfügt das Bayer. Landesamt für Denkmalpflege. Zu Parallelen mit der Burg Waldenberg siehe bei Anm. 221. Vgl. auch Kittel Nr. 96. Zur Lage der alten Aschaffenburger Burg auf dem Badberg siehe Fischer 26. Wie Spies 432 - 436 verdeutlicht hat, ist die neue Burg auf dem Schloßberg erst im 13. Jh. entstanden.

135 Fischer 47 f.

136 Falck 157, 177, 192; dort weitere Literaturhinweise.Vgl. auch: Handbuch der historischen Stätten Deutschlands, Bd. V (Rheinland-Pfalz) 217.

137 Fischer 58.

138 Fischer I 282. Siehe auch Anm. 134.

139 Ebd. siehe auch Anm. 103.

140 Siehe Anm. 134.

141 Kittel 98; siehe auch Anm. 144 und 205.

142 Fischer 58. Siehe auch bei Anm. 152.

143 Kittel 98. Zur Genealogie der Kugelnberger siehe auch Anm. 144.

144 Thiel Nr. 31. Fischer 367 schreibt fälschlich Konrad statt Heinrich. Das die Grafen von Rieneck und das Stift Aschaffenburg berührende Dokument nennt auch den Ort Bessenbach und den Adeligen Gerhard von Kälberau. Der von Kittel 97 ff. als 1221 (richtig: 1222) schon älterer Familienangehöriger angesprochene Kleriker Konrad von Kugelnberg war zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich erst jüngeren Alters (siehe Thiel 164 f.) und ist somit der nachfolgenden Generation zuzuordnen, der auch der 1252 als „miles Herbipolensis“ belegte Träger des gleichen Namens angehört. Wie zu erwarten war, sind uns längst nicht alle Angehörige der zweiten Generation bekannt; von ihnen dürften die Taufnamen Burkhard und Walter herrühren. Ergänzend zu Kittel sei noch bemerkt, daß 1226 ein Gottfried von Kugelnberg als Laienzeuge auftritt (Böhmer/Will II Nr. 519); es ist wahrscheinlich der 1218 als Würzburger „Canonikus domicellaris“ belegte Namensgleiche, der damals schon in den Laienstand zurückkehren wollte: Kittel 110.

145 Büll II 820.

146 Kittel 98.

147 Siehe Anm. 57.

148 Siehe Anm. 117.

149 Siehe Anm. 36 und 118.

150 Fischer 366.

151 Siehe bei Anm. 94 ff. sowie Ruf II 107.

152 Demandt 49 ff. Zu den Kälberauern siehe Störmer, Adel 257.

153 Ruf II 152 - 158; siehe auch bei Anm. 188 ff.

154 Siehe Anm. 136.

155 Ebd.

156 Vgl. Kittel (mehrfach); Büll II 820 ff.; siehe auch bei Anm. 205.

157 Büll II 822; Amrhein, Würzburg 102 f.

158 Ebd. sowie Wendehorst 210 f.

159 Kittel 97.

160 Siehe Anm. 74.

161 Büll I Nr. 10 f.; Kittel 110 ff.

162  Büll I Nr. 5; Thiel Nr. 43 a mit Anm. 4.

163 Thiel Nr. 53 (dort fälschlich auf Klein-Umstadt bezogen). Vgl. auch Martin 155 ff. Zu den Herren von Sailauf siehe Reich 52 ff.

164 Siehe Anm. 59.

165 Siehe Anm. 26 und 29.

166 Kittel 98, 110 ff. betrachtet Irmengard als Tochter Heinrichs von Kugelnberg. Ihm schließt sich Büll II 971 Anm. 157 an. Vgl. auch Martin (wie Anm. 163). Da aber auch Heinrich von Ravensburg in die angeschnittenen Zusammenhänge eingefügt werden muß, als dessen Eltern Heinrich und Juta bekannt sind (siehe Anm. 175), so könnte Irmengard eine Tochter der beiden und Juta eine geborene von Kugelnberg sein. Juta hieß auch die Gattin jenes Friedrich von Kesselberg, der 1236 das Patronatsrecht der Kirche von Erlenbach am Main an das rieneckische Kloster Himmelthal schenkte (siehe Anm. 94). Vielleicht war diese Juta eine weitere Tochter des genannten ravensburgischen Ehepaars, denn ihr Mann Friedrich läßt enge Beziehungen zu den Ravensburgern erkennen (Reimann 170, 174, 178).

167 Reimann 151 - 183.

168 Ebd. 157, 169, 183; Rückert 19 f. Zur ersten urkundlichen Nennung der Ravensburg bzw. ihrer Herren (1189) siehe H. Wagner (Besprechung zu Rückert) in: Mainfränkisches Jahrbuch 45 (1993), 483.

169 Thiel (wie Anm. 162).

170 Amrhein, Würzburg 115; Reimann 167.

171 Reimann 157 - 169; Herde 355 f.

172 Reimann 165.

173 Ebd. 163 ff; Wendehorst 183 ff.

174 Reimann 164 - 170.

175 Thiel (wie Anm. 162); Brügmann 79.

176 Siehe Anm. 166.

177 Kittel 112.

178 Weder bei Thiel noch bei Grimm findet sich ein Beleg hierfür. „Ravensburg“ soll auch ein Jagdschloß Karls des Großen auf dem Boden des heutigen Aschaffenburg geheißen haben: H. Wolff, Der Spessart - sein Wirtschaftsleben, Aschaffenburg 1905, 27.

179 Siehe bei Anm. 69 f.

180 Falls diese Spitzenzeugenschaft des Ravensburgers so zu deuten ist - er tritt auch noch in anderen Mainzer Urkunden auf -, so wäre dies ein Indiz dafür, daß die Waldenberger zwischen 1225 (siehe Anm. 59) und 1227 (siehe Anm. 26) tatsächlich im Mannesstamm ausgestorben sind. Die späteren Herren von Wallstadt wären dann wohl eine Seitenlinie. Siehe hierzu bei Anm 28, 37, 48, 67 ff., 123.

181 Siehe Anm. 161.

182 Vgl. hierzu Büll II 822.

183 Reimann 157 - 165; Büll II 824.

184 Vgl. Reimann (wie Anm. 183); Martin 156 f.

185 Siehe Anm. 136.

186 Fischer 58.

187 Auf spätere mainzische Rechte an der Burg dürften die Mainzer Lehensbriefe über den Wald Kugelberg deuten (siehe bei Anm. 207).

188 Siehe Anm. 144.

189 Ruff II 152.

190 Büll I Nr. 2; Kittel 95. Vgl. auch Anm. 122.

191 Vgl. hierzu Büll II 1015 (Anm. 1065); Ruf II 152 f.; siehe auch bei Anm. 206.

192 Vgl. Kittel 92 ff.; Wolfert I 98 f.; Reimann 86; siehe auch die in Anm. 191 zitierte Literatur. Fischer 232 spricht die Herren von Wallstadt als Dynasten an.

193 Als Nobilis werden sie nur in zwei Schmerlenbach betreffenden Urkunden seitens des Mainzer Erzbischofs bzw. des Kardinals Hugo bezeichnet (Büll I Nr. 7, 18); man möchte dies als reine Höflichkeitsfloskel gegenüber den Klostergründern deuten, doch könnte es auch ein Hinweis auf edelfreie Abstammung sein.

194 Richter 56 spricht die Herren von Hohenberg/Homburg als Edelfreie an. Irmengard von Ravensburg wird als „domina“ bezeichnet (siehe bei Anm. 161), Heinrich von Ravensburg je einmal als „comes“ bzw. „dominus“ (Reimann 160, 165).

195 Störmer 106.

196 Siehe bei Anm. 65 und 130.

197 Siehe Anm. 64.

198 Stimming Nr. 571; Wagner 129 f.

199 Fischer 232 tut dies ohne nähere Begründung.

200 Chronik der Gemeinde Großwallstadt, Großwallstadt 1982, 113 f., 132. Die mittelalterliche Geschichte der Gemeinde und des nach Wallstadt benannten Adels ist dort in unzulänglicher Form dargestellt.

201 Nickles 69; Berninger 34 ff.

202 Fischer 43 ff.; Spieß 429 ff.

203 Siehe Anm. 64.

204 Vgl. Klein 23 ff.

205 Büll I Nr. 17, 24, 27 f.; Kittel 98, 103, 112 f.; Amrhein, Würzburg 102 f.; R. Frh. von Bibra, Curia Kaulenberg, in: AU 51 (1909), 199 - 257. Jörg Lusin, Die Baugeschichte der Würzburger Domherrnhöfe, Würzburg 1984, 54 ff.

206 Büll I Nr. 1, 11, 13, 15 f.; Kittel 103 ff.

207 Kittel, Schmerlenbach 167 (Nr. 168). Auch auf dem (damals wohl noch ungeteilten) Gartenhof zu Füßen des Kugelberges sind die Gonsrod nachweisbar, jedoch erst im frühen 16. Jh.: Wohlfahrt 231.

208 Fischer 120. Kittel, Gonsrod 52, 56; Kilian 50 f.

209 Siehe Anm. 5.

210 Griebel 78; vgl. auch Büttner 32 ff.

211 Kittel, Himmeltal Nr. 9 f.; Berninger, Röllbach 22.

212 Siehe bei Anm. 128 ff.

213 Vgl. Wolfert II 349 f.

214 Vgl. Christ 23; Büll II 822.

215 Cramer 93; Ruf I 150 - 161; Fischer 67 ff.

216 Vgl. die Liste der Vizedome bei Wolfert 137.

217 Siehe Anm. 136.

218 Falck 177.

219 Ruf I 151.

220 Ebd. 151 ff.; Fischer 67 f.

221 Landesamt für Denkmalpflege, Außenstelle Würzburg, Ortsakten zum „Alten Schloß“ bei Kleinwallstadt, Brief vom 13.09.1932 an das Bezirksamt Aschaffenburg. Zu den Baulichkeiten der beiden Burgen siehe auch Anm. 3 und 134.

 

Literatur

Wolfgang Hartmann: Zur Geschichte der Spessartburgen Waldenberg und Kugelberg
und ihrer Herren.

In: Aschaffenburger Jahrbuch 19 (1997), S. 9-53.


Der Aufsatz ist hier vollständig wiedergegeben.

 

[Siehe jetzt auch den neuen Aufsatz des Verfassers:
 Das „Alte Schloss“ bei Kleinwallstadt –
Burg Waldenberg oder namenloses Gemäuer?
]